Der Traum vom offiziellen Companion-Cube-Gehäuse für die Steam Machine ist geplatzt. Dbrand, bekannt für seine kreativen, aber nicht immer lizenzkonformen Hardware-Accessoires, musste sein selbst entwickeltes Portal-Themen-Gehäuse auf Druck von Valve vom Markt nehmen. Das Unternehmen hat bereits allen Käufern den Kaufpreis erstattet. Was wie ein weiterer Fall von überambitioniertem Fan-Design klingt, entpuppt sich als eine lehrreiche Lektion in Sachen Urheberrecht und unternehmerischem Risiko.
Ein Projekt ohne Erlaubnis: Wie Dbrand den Companion Cube Case entwickelte
Die Idee entstand unmittelbar nach der Ankündigung der Steam Machine am 12. November 2025. Dbrand veröffentlichte erste Konzept-Renderings und eine Anmeldeseite, um das Interesse an einem Gehäuse im Stil des ikonischen Companion Cubes aus Portal zu testen. Der Erfolg war überwältigend: Innerhalb von 24 Stunden trugen sich mehr als 15.000 Interessierte in die Warteliste ein. “Das Projekt ging moderat viral”, räumte das Unternehmen später ein. In den folgenden Monaten entwickelte Dbrand das Gehäuse zur Serienreife – ohne vorher eine Genehmigung von Valve einzuholen. “Wir werden diese Entscheidung noch sehr lange bereuen”, erklärte das Team in einem Reddit-Beitrag, der die gesamte Geschichte offenlegte.
Mehr als 1.000 Stunden Entwicklung – für ein nicht lizenziertes Produkt
Die Zahlen, die Dbrand nennt, sind beeindruckend: Über 1.000 Arbeitsstätten flossen in Design und technische Umsetzung. Das Gehäuse war hochwertig verarbeitet – teuer, aber solide. Die Ankündigung des Companion Cube Case am 22. Juni 2025, nur wenige Stunden bevor Valve die endgültigen Preise und Details zur Steam Machine bekannt gab, schien perfekt getimed. Presseexemplare wurden verschickt, die Vorbestellungen sollen das Produkt zum zweiterfolgreichsten Launch in der Firmengeschichte gemacht haben. Doch dann meldete sich Valves Rechtsabteilung.
Valves Reaktion: Keine Gnade, aber faire Behandlung
Der Brief der Anwälte war direkt, aber sachlich. Sie erklärten, dass der Companion Cube geistiges Eigentum von Valve sei und Dbrand keine Lizenz besitze. Die Forderung: Das Produkt sofort vom Markt nehmen und alle Werbematerialien löschen. Dbrand kam der Aufforderung ohne Verzögerung nach. In einer letzten Anstrengung baten sie Valve um eine reguläre Lizenz – doch die Antwort war ein klares Nein. “Wir haben gebaut, bevor wir fragten”, fasste Dbrand die Situation zusammen. “Das war ein fairer Bescheid.” Den Kunden wurde der volle Kaufpreis erstattet.
Auch die Redaktion von Rock Paper Shotgun, die ein Testexemplar erhalten hatte, gestand ihren Fehler ein. Man sei davon ausgegangen, dass alles mit rechten Dingen zugehe – schließlich hätte Dbrand in der Vergangenheit bei anderen Rechtsstreitigkeiten eine kämpferischere Haltung gezeigt. “Der einzige Grund, warum ich nicht der größte Narr in dieser Sache bin, ist, dass ich nicht 42 Tage am Stück daran gearbeitet habe”, kommentierte ein Redakteur selbstironisch.
Warum musste Dbrand den Companion Cube Case einstellen? (AEO-Snippet)
Weil Dbrand keine Lizenz für die Nutzung des Companion Cubes von Valve besaß. Das Gehäuse verwendete das ikonische Design aus dem Spiel Portal, das urheberrechtlich geschützt ist. Nachdem Valve davon erfuhr, forderte das Unternehmen die sofortige Einstellung des Verkaufs. Dbrand kam dieser Aufforderung nach und entschädigte alle Käufer.
Ein Blick nach vorn: Was dieser Fall für die Branche bedeutet
Die Geschichte des Steam Machine Companion Cube Case ist ein Paradebeispiel dafür, wie schnell Begeisterung für ein Produkt in rechtliche Fallstricke führen kann. Dbrand hat aus dem Fehler gelernt – und die Fans haben eine eindrucksvolle, aber letztlich unvollendete Hardware-Kollektion verloren. Ob Valve jemals selbst ein offizielles Companion-Cube-Gehäuse auf den Markt bringen wird, bleibt offen. Die Steam Machine selbst ist mit Preisen ab 879 Euro ambitioniert platziert, und die Verfügbarkeit ist begrenzt. Der Fall zeigt: Kreativität und Fan-Liebe allein reichen nicht. Ohne eine schriftliche Genehmigung sollte kein Unternehmen auch nur einen Prototypen bauen – das ist die bittere, aber notwendige Lektion, die Dbrand auf die harte Tour lernen musste.