Die Zukunft der physischen Spielemedien bleibt ein heiß diskutiertes Thema – und Xbox hält sich bedeckt. Während Sony bereits angekündigt hat, die Produktion physischer Discs für seine Spiele bis 2028 einzustellen, arbeitet Microsoft an einer digitalen Alternative. Xbox-CEO Asha Sharma vermied auf der Gamescom 2026 eine klare Aussage dazu, ob die kommende Next-Gen-Konsole unter dem Codenamen Project Helix ohne Laufwerk auskommen wird.
Sharma weicht der Frage nach einem Laufwerk aus
Auf der Gamescom 2026 befragte die BBC Sharma direkt, ob Project Helix ein reines Digitalgerät sein werde. Die Antwort fiel ausweichend aus: Sie lachte die Frage ab und betonte, dass man sich noch nicht zur nächsten Generation äußern werde. Stattdessen sprach sie von einer „Familie von Geräten“, die für die nächste Konsolengeneration entwickelt werde. Die Aussage lässt viel Spielraum für Interpretationen – ob darunter auch ein reines Digitalmodell fällt, bleibt offen.
„Family of Devices“ – was bedeutet das konkret?
Sharma führte aus:„Wir werden weiterhin die Grenzen der Leistung verschieben. Wir haben darüber gesprochen, nicht nur Konsolenspiele, sondern auch PC-Spiele auf der Konsole spielen zu können. Darüber hinaus muss die gesamte Branche bei Erschwinglichkeit und Effizienz innovativ sein. Das mussten wir bisher nicht tun. Aber mit der aktuellen Krise bei Hardware und Komponenten ist es absolut notwendig, dass wir alle darüber nachdenken und den Menschen mehr Wahlmöglichkeiten bieten, wie sie ihre Konsole nutzen und kaufen.“
Diese Aussage deutet auf eine strategische Neuausrichtung hin: Statt eines einzelnen Modells könnte Microsoft mehrere Varianten anbieten – eine mit Laufwerk, eine ohne. Das würde an die aktuelle Strategie mit Xbox Series X und Series S erinnern, jedoch mit neuen Schwerpunkten auf Effizienz und Kostenkontrolle.
Preiserhöhungen und die Krise der Hardwarekomponenten
Die Preise für Speicher und RAM sind zuletzt massiv gestiegen. Xbox hat deshalb bereits die Preise älterer Hardware anpassen müssen. Sharma zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die Sparte im nächsten Geschäftsjahr wieder profitabel werde. Microsofts CEO Satya Nadella hatte zuvor betont, dass Xbox im Fiskaljahr 2027 wieder Wachstum verzeichnen werde. Die Frage ist, ob ein reines Digitalmodell tatsächlich günstiger sein kann – oder ob die Einsparungen beim Laufwerk durch höhere Speicherkosten und Lizenzgebühren aufgezehrt werden.
Physische Medien: Ein langsamer Abschied?
Sonys Schritt, die Disc-Produktion einzustellen, hat die Diskussion angeheizt. Xbox reagiert mit einem Disc-to-Digitalaa-Programm, das zuerst für Insider verfügbar ist. Dabei können Besitzer physischer Spiele ihre Discs gegen digitale Lizenzen eintauschen. Das ist ein klares Signal, dass Microsoft den digitalen Vertrieb forciert – aber nicht zwingend, dass die nächste Konsole kein Laufwerk mehr haben wird. Viele Gamer fragen sich: Wird die Next-Gen-Xbox noch ein Laufwerk haben? Die Antwort könnte je nach Modell variieren.
Was bedeutet das für die Spieler?
Für Sammler und Fans physischer Medien wäre ein reines Digitalmodell ein schwerer Schlag. Sie verlieren die Möglichkeit, Spiele weiterzuverkaufen oder zu tauschen. Auch der Zugang zu günstigen Gebrauchtspielen würde erschwert. Andererseits bietet ein reines Digitalgerät Vorteile: geringere Größe, weniger bewegliche Teile und potenziell niedrigere Herstellungskosten. Die „Family of Devices“ könnte beiden Lagern gerecht werden – wenn Microsoft wirklich mehrere Modelle bringt.
Wann ist mit der offiziellen Ankündigung zu rechnen?
Bisher hat Microsoft keinen Zeitplan für die Enthüllung der Next-Gen-Konsole genannt. Analysten rechnen mit einer Vorstellung frühestens im Jahr 2027 oder 2028. Bis dahin wird die Branche weiterhin über die Zukunft der Discs diskutieren. Sharmas ausweichende Antwort zeigt, dass Microsoft die Richtung noch nicht final festgelegt hat – oder dass man die Konkurrenz nicht zu früh in die Karten blicken lassen will. Klar ist: Die Entscheidung über das Laufwerk wird weitreichende Folgen für den gesamten Markt haben.