Der Kampf gegen das innere Chaos hat einen Namen: Zohar, der „Doppelgänger“, betritt am 15. September die Arena von Under Night In-Birth II Sys:Celes auf PlayStation 5, PlayStation 4 und PC, gefolgt vom Release auf der Nintendo Switch am 23. September. Publisher Arc System Works und Entwickler French-Bread erweitern damit den Kader des preisgekrönten Kampfspiels um eine der komplexesten Figuren der Lore – eine Kämpferin, die nicht nur mit ihren Gegnern, sondern auch mit den Schatten ihrer eigenen Vergangenheit ringt. Der Charakter ist einzeln für 4,99 US-Dollar erhältlich oder im Rahmen des Season Pass für 9,99 US-Dollar, was sie zur vierten und womöglich facettenreichsten Ergänzung des Post-Launch-Plans macht.
Die Rückkehr der Bankikai-Anführerin: Zohars tragische Transformation
Zohar war einst, gemeinsam mit Ogre und Strix, eine der führenden Figuren der Bankikai – einer Fraktion, deren genaue Rolle im Universum von Under Night In-Birth stets von Geheimnissen umwoben war. Ihre Geschichte ist jedoch keine bloße Machterzählung. Während der Konfrontation mit Amnesia wurde Zohar von der unkontrollierten Energie des Abgrunds erfasst. Diese okkulte Kraft, die tief unter der Welt der „Night“ brodelt, raubte ihr nicht nur den Verstand, sondern trieb sie dazu, ihre engste Vertraute Strix schwer zu verwunden. Was folgt, ist eine narrative Parabel auf Schuld und Identität: Zohar, von Reue zerrissen, erfährt, dass Strix überlebt hat – und begibt sich unter einem neuen Namen auf die Suche nach ihr.
Doch die treibende Kraft hinter dieser Suche ist alles andere als eindeutig. „Ich muss sie finden … Ich muss mich bei ihr entschuldigen … Ich muss sie töten …“ – diese fragmentierten Gedanken jagen durch Zohars Bewusstsein. Sind es ihre eigenen Empfindungen, oder gehören sie dem „anderen“ Ich, das in ihr haust? Diese Frage ist kein literarisches Beiwerk, sondern der mechanische Kern des Charakters. Die Entwickler sehen in Zohar eine Figur, deren psychische Zerrissenheit sich direkt in ihrem Kampfstil manifestiert: Sie ist eine Hochgeschwindigkeits-Nahkämpferin, die ihre Gegner durch nahtlose, koordinierte Angriffe ihres Doppelgängers überwältigt.
Spielmechanik im Detail: Der Doppelgänger als taktische Waffe
Zohar ist kein Charakter für zögerliche Spieler. Ihre Mechanik basiert auf der simultanen Steuerung eines Abbilds, das nicht nur als Echo ihrer Bewegungen agiert, sondern als eigenständige Angriffsfläche. Wo andere Kämpfer auf Wege oder Projektile setzen, kommandiert Zohar riesige Stacheln aus dem Boden und erschafft so ein Geflecht aus Fallen und Druckzonen. Das Herzstück ihres Toolkits sind die sogenannten Instant-Cross-Up-Techniken – Manöver, die die horizontale und vertikale Achse des Kampfes so schnell wechseln, dass die gegnerische Verteidigung in Sekundenbruchteilen ausgehebelt wird. Für Fortgeschrittene und Turnierspieler ergibt sich daraus eine Figur, die auf Mix-ups, Cross-up-Fallen und das Breschschlagen gegnerischer Deckungen spezialisiert ist. Die Frage, die sich viele in der Community stellen – „Welche Rolle spielt Zohar in der aktuellen Meta?“ – lässt sich klar beantworten: Sie ist ein Counter-Pick gegen defensive Spielstile, der den Gegner zwingt, ständig auf zwei Ebenen gleichzeitig zu reagieren.
Preismodell und Wertigkeit: Lohnt sich der Season Pass?
Einzelkämpfer werden mit 4,99 US-Dollar berechnet, während der Season Pass für 9,99 US-Dollar alle vier geplanten Zusatzcharaktere enthält. Für Spieler, die das komplette Arsenal des Spiels nutzen möchten, ist der Pass wirtschaftlich die einzig sinnvolle Wahl – insbesondere, da Zohar als vierte und letzte bestätigte Erweiterung das Paket komplettiert. Wer sich jedoch nur für die narrative Tiefe der Bankikai-Führung oder den spezifischen Speed-Kampfstil interessiert, kann den Einzelkauf tätigen. Wichtig zu beachten: Der Season Pass gewährt zudem keinen Zugriff auf kosmetische Items oder Stages – hier bleibt French-Bread der bisherigen Linie treu, den Fokus rein auf spielbare Inhalte zu legen.
Plattformunterschiede und technische Implikationen
Während die Versionen für PS5, PS4 und PC den zeitgleichen Release am 15. September erhalten, folgt die Switch-Fassung erst eine Woche später am 23. September. Dieser Versatz ist nicht ungewöhnlich für das Genre und deutet auf Optimierungsarbeiten für die Hybridkonsole hin. Under Night In-Birth II Sys:Celes läuft natives 60 fps auf allen Plattformen, die zusätzliche Komplexität durch die Doppelgänger-Mechanik könnte jedoch auf der Switch leichte Anpassungen im Shader- oder Partikel-System erfordern. Spieler auf der PS5 profitieren von der schnelleren Ladezeit, während die PC-Version via Steam traditionell die größte Modding-Flexibilität und die stabilste Latenz im Online-Modus bietet.
Der Kontext: Was Zohar für die Zukunft der Serie bedeutet
Mit Zohar endet nicht nur der erste Season-Pass-Zyklus, sondern womöglich auch ein erzählerischer Bogen, der sich durch die gesamte Under Night In-Birth-Reihe zieht. Die Figur ist mehr als ein bloßer DLC-Kämpfer – sie ist ein narrativer Schlussstein, der die Ereignisse um Bankikai und die Abyss-Katastrophe in ein neues Licht rückt. French-Bread hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie selbst kleine Charaktere mit tiefer Lore aufladen, und Zohar bildet hier keine Ausnahme. Die Frage, die Analysten und Fans gleichermaßen umtreibt, ist: Wird dieser Charakter Brücken zu einem möglichen Under Night In-Birth III bauen, oder dient er als Abschluss eines Kapitels? Die Antwort liegt vermutlich in den Verkaufszahlen der Season-Pässe und der Resonanz der Turnierszene. Sollte Zohar auf der EVO oder dem Arc World Tournament zum festen Bestandteil der Top-8 werden, wäre das ein starkes Signal für eine Fortsetzung.
Bislang ist Under Night In-Birth II Sys:Celes für PS5, PS4, Switch und PC via Steam erhältlich. Mit Zohar erhalten Spieler einen der technisch anspruchsvollsten und gleichzeitig narrativ vielschichtigsten Charaktere, den das Genre aktuell zu bieten hat. Wer sich auf die Reise ins „Night“-Universum begibt, sollte sich auf eine steile Lernkurve gefasst machen – und auf einen Kampfstil, der die Grenzen zwischen Freund und Feind, zwischen eigenem Willen und fremder Kontrolle, verschwimmen lässt. Die Veröffentlichung im September ist nicht nur ein Termin im Release-Kalender, sondern eine Wegmarke für ein Spiel, das sich weiterentwickelt und seiner Community eine tiefe, fast schon literarische Komplexität schenkt.