Der Animations-Realfilm „Coyote vs. Acmea“ hat mit seinem Kinostart für eine der bemerkenswertesten Wendungen der jüngeren Filmgeschichte gesorgt. Nachdem der fertige Film von Warner Bros. aus Steuergründen verschrottet werden sollte, feierte er am 12. August seine Premiere und erzielte auf Rotten Tomatoes zunächst eine perfekte Wertung von 100 Prozent positiver Kritiken. Aktuell liegt die Zustimmungsrate bei hervorragenden 94 Prozent, was den Film zu einem der am besten bewerteten Titel des Jahres macht.
Die Rezensionen: Eine seltene Einigkeit unter Kritikern
Die Fachpresse zeigt sich nahezu einhellig begeistert. Besonders hervorzuheben ist die Wertung von IGN, die mit 9 von 10 Punkten ausfiel. Gelobt wird vor allem die gelungene Symbiose aus anarchischem Looney-Tunes-Humor und einer messerscharfen Satire auf die Unternehmenswelt. Kritiker heben hervor, dass der Film den Geist der klassischen Cartoons bewahrt, ohne dabei in reine Nostalgie zu verfallen. Stattdessen nutze er die ikonische Konstellation von Coyote und Acme, um moderne Arbeits- und Wirtschaftsstrukturen aufs Korn zu nehmen. Die überschaubare Anzahl negativer Stimmen moniert lediglich eine leichte Überlänge in der zweiten Hälfte, bestätigt aber die durchgängig hohe Qualität der Inszenierung.
Vom Steuerabschreiber zum Kinoerfolg: Der ungewöhnliche Weg des Films
Die Tatsache, dass „Coyote vs. Acme“ überhaupt in den Kinos läuft, grenzt an ein kleines Wunder. Die Dreharbeiten endeten bereits 2022, doch das Management von Warner Bros. entschied sich 2023, den fertiggestellten Film nicht zu veröffentlichen. Stattdessen sollte er als steuerlicher Abschreibungspostender dienen – eine durchaus gängige, jedoch in diesem Fall öffentlichkeitswirksam kritisierte Praxis. Der darauffolgende Skandal und die intensive Suche nach einem Abnehmer führten schließlich zur Rettung des Projekts. Das unabhängige Studio Ketchup Entertainment erwarb die Rechte und ermöglichte die Kinoveröffentlichung. Dieser ungewöhnliche Verwertungsweg verleiht dem Erfolg des Films eine zusätzliche, fast ironische Note: Ein Film, der satirisch über einen Konzern (Acme) und dessen fragwürdige Geschäftspraktiken erzählt, wurde selbst beinahe Opfer eines Konzerns, der ihn als wertlose Steuerlast behandelte.
Blu-ray-Release mit exklusivem Bonusmaterial
Die positive Dynamik um den Film setzt sich auch nach dem Kinostart fort. Regisseur Dave Green hat bereits ein Blu-ray-Release angekündigt, das mit bisher unveröffentlichtem Material aufwartet. Für besondere Aufmerksamkeit sorgt seine Ankündigung, dass die Heimkino-Version ausgiebiges Bonusmaterial mit John Cena enthalten wird. Der Schauspieler, der in dem Film eine zentrale Rolle spielt, neigte laut Green zu ausgedehnten Improvisationen, die weit über das abgedrehte Take hinausgingen. Da die Kameras während dieser improvisierten Momente weiterliefen, entstand umfangreicher Rohmaterial, das Green als „eindeutig nicht für die familienfreundliche Kinofassung geeignet“ beschreibt. Für ein erwachsenes Publikum und Fans der Schauspielkunst Cenas verspricht dies einen zusätzlichen Anreiz für den Kauf der physischen Edition.
Kinostart und Zukunftsaussichten
„Coyote vs. Acme“ startet am 28. August 2026 in den deutschen und internationalen Kinos. Die auffällige Diskrepanz zwischen der ursprünglichen Konzernentscheidung, den Film zu vernichten, und der nun enthusiastischen Aufnahme durch Publikum und Presse wirft ein bezeichnendes Licht auf die Risikobereitschaft großer Studios. Der Erfolg des Films ist ein deutliches Signal dafür, dass kreative und unkonventionelle Projekte durchaus eine Marktchance haben, wenn sie nicht von kurzfristigen Steuerstrategien erstickt werden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob das positive Kritikerecho in einen entsprechenden Besucherzuspruch umgemünzt werden kann.