Marvel’s Wolverine erscheint in wenigen Tagen, doch die ersten Kritiken zeichnen ein überraschend durchwachsenes Bild. Nach 78 Rezensionen auf Metacritic steht der Titel bei einem Wert von gerade einmal 77 von 100 Punkten – das schwächste Ergebnis, das Insomniac Games seit über zehn Jahren für einen großen Release verbuchen musste. Zum Vergleich: Die Spider-Manaa-Spiele des Studios erreichten durchweg Werte um die 90 Punkte.
Marvel’s Wolverine Metacritic: Ein ungewohnter Dämpfer für Insomniac
Insomniac Games hat sich in den letzten Jahren einen exzellenten Ruf als Spezialist für packende Superhelden-Spiele erarbeitet. Mit Marvel’s Spider-Man gelang dem Studio nicht nur ein kommerzieller Erfolg, sondern auch eine Neubelebung des gesamten Franchise. Umso größer war die Erwartungshaltung an Wolverine – schließlich handelt es sich um eine ähnlich ikonische Figur. Doch die ersten Testberichte zeigen: Logan hat es schwerer als Peter Parker.
Die aggregierte Punktzahl von 77/100 auf Metacritic ist für ein Spiel dieses Kalibers und dieses Entwicklerteams ungewöhnlich niedrig. Wer die Bewertungen der einzelnen Medien genauer betrachtet, erkennt ein klares Muster:
- IGN 6/10
- Gamespot 6/10
- GamesRadar 6/10
- TheGamer 8/10
- Screen Rant 7/10
Besonders auffällig ist, dass drei der wichtigsten Publikationen nur eine Sechs vergeben haben – ein klares Zeichen, dass das Spiel nicht die erhoffte Klasse erreicht.
Warum die Bewertungen so niedrig ausfielen
Die wiederkehrende Kritik lässt sich auf zwei Hauptpunkte verdichten: das Kampfsystem und die Erzählweise. Mehrere Tester bemängeln, dass Wolverines Kämpfe schnell repetitiv wirken. Die Fähigkeiten und Movesets, so die einhellige Meinung, böten nicht genügend Abwechslung, um über die gesamte Spieldauer zu fesseln. Hinzu kommt, dass die Geschichte als allenfalls durchschnittlich beschrieben wird – sie hebe sich kaum von anderen Superhelden-Narrativen ab und nutze das ikonische Potenzial der Figur nur unzureichend aus.
Bereits die frühen Vorschauen hatten angedeutet, dass Insomniac mit Wolverine weitgehend auf bekanntem Terrain unterwegs ist. Dass sich dies nun in den Endwertungen niederschlägt, überrascht daher nicht vollständig, wohl aber im Ausmaß. Der Titel sei keineswegs ein schlechtes Spiel, so viele Rezensenten, aber er schaffe es nicht, aus der Masse an Superhelden-Spielen herauszustechen – insbesondere nicht zu einem Einstiegspreis von 70 US-Dollar.
Einordnung: Was der Score für Insomniac bedeutet
Für Insomniac Games ist dieser Metacritic-Wert eine statistische Ausnahme. Seit der Veröffentlichung von Marvel’s Spider-Man im Jahr 2018 hat das Studio durchweg sehr hohe Bewertungen erzielt. Marvel’s Spider-Man 2 erreichte 90/100, Spider-Man: Miles Morales kam auf 85/100. Selbst kleinere Projekte wie Ratchet & Clank: Rift Apart wurden mit 88/100 belohnt. Marvel’s Wolverine ist damit der schwächste Release des Studios innerhalb eines Jahrzehnts.
Die Frage, die sich nun stellt: Liegt es an der Figur, an der Umsetzung oder an zu hohen Erwartungen? Ein Blick in die Detailkritiken legt nahe, dass das grundlegende Design solide ist, aber die Innovation fehlt. Wo Spider-Man mit der Schwungmechanik und der offenen Stadt neue Maßstäbe setzte, bleibt Wolverine in linearen und vorhersagbaren Strukturen gefangen. Die Brutalität der Kämpfe allein reicht offenbar nicht aus, um das Spiel von der Konkurrenz abzuheben.
Direkte Antwort: Ist Marvel’s Wolverine dennoch einen Kauf wert?
Mit einer Metacritic-Wertung von 77 handelt es sich um ein Spiel mit solidem Handwerk, aber ohne herausragende Glanzlichter. Wer auf eine packende Geschichte und abwechslungsreiche Kämpfe hofft, sollte die ersten Reaktionen der Community abwarten oder den Titel zu einem späteren Zeitpunkt mit Rabatt erwerben. Für eingefleischte Wolverine-Fans, die jede Facette des Charakters erleben möchten, kann das Spiel dennoch unterhaltsame Stunden bieten – allerdings ohne den langfristigen Sog, den Insomniacs frühere Werke auszeichnete.
Ausblick: Was bedeutet das für zukünftige Projekte?
Der gemischte Empfang von Marvel’s Wolverine könnte Signalwirkung haben. Insomniac Games wird die Kritikpunkte sicherlich analysieren und möglicherweise in zukünftige Titel einfließen lassen. Gerüchte um ein drittes Spider-Man-Spiel und andere Marvel-Lizenzen bleiben bestehen, doch die Messlatte für das Studio liegt nun plötzlich tiefer. Es wird spannend sein zu sehen, ob das Team aus dieser Erfahrung lernt und ob ein eventuelles Sequel oder DLC die bemängelten Schwächen adressieren kann. Die Community diskutiert die Bewertungen bereits intensiv – die nächsten Wochen werden zeigen, wie sich die Verkaufszahlen entwickeln und ob die Spieler die gemischten Kritiken bestätigen oder widerlegen.