Steam Controller Iterates On Steam Deck Design

Von Gaming Central - Gaming-Redaktion & Analyse

Ein neuer Controller von Valve ist keine Seltenheit– aber ein Controller, der funktioniert, ganz ohne Wenn und Aber, schon. Die Entwickler hinter Steam sprechen in Bezug auf den neuen Steam Controller bewusst von „It just works“. Dieser scheinbar simple Maßstab, ein Gerät, das direkt und ohne Frustration funktioniert, war das zentrale Ziel und die größte Herausforderung zugleich.

Vom Steam Deck lernen: Wie die Handheld-Erfolgsstory den Controller prägte

Der neue Steam Controller ist keine revolutionäre Erfindung, sondern eine ausgereifte Evolution. Designer Lawrence Yang erklärt, dass der Steam Deck die schwere Entwicklungsarbeit bereits geleistet habe. Er diente als funktionierendes Testmodell und lieferte eine solide Vorlage für Tastenlayouts und Benutzerschnittstellen. Die Übertragung auf einen eigenständigen Controller war dennoch eine eigene Aufgabe. Der größte Erfolg gelang dem Team bei den Rückseitentasten, die am Steam Deck eher umständliche, rechteckige Plastikwülste sind.

Die neuen Tasten am Steam Controller hingegen sind intuitiv unter der Wölbung des Griffs positioniert, genau dort, wo die Fingerruhe von Mittel- und Ringfinger auf natürliche Weise aufliegen. Das Feedback hierauf war von Anfang an extrem positiv. Neben diesem großen Wurf optimierte das Team auch den D-Pad, der für Spieleklassiker wie Präzisions-Plattformer oder Fighting Games essenziell ist. Die Verbesserungen sind oft nur Millimeter groß, doch die Testpersonen, rekrutiert aus der Steam-Community, konnten die Unterschiede sofort spüren. Diese penible Feinarbeit soll sicherstellen, dass der Controller für möglichst viele Handgrößen und -formen optimaler Griff liegt.

Der Steam Puck: Valves elegante Lösung für den größten Frustfaktor

Die Philosophie hinter dem neuen Controller dreht sich um die Reduzierung jeglicher Hürden zwischen dem Auspacken und dem ersten Spiel. Ingenieur Slocum spricht vom „Time-to-Game“-Faktor. Jede Hürde in diesem Prozess ist ein potenzieller Moment, in dem der Spieler den Controller frustriert zur Seite legt. Typische Frustquellen sind die Kopplung per Bluetooth mit unzuverlässigen Systemeinstellungen, Interferenzen bei kabellosen USB-Sticks und das Aufladen mit separaten Kabeln, welche zudem den Port abnutzen.

Die Antwort von Valve auf all diese Probleme ist der sogenannte „Steam Puck“. Dieses elegante Teil eines Lade- und Verbindungsgeräts löst alle drei Schwierigkeiten auf einen Schlag. Er wird entfernt vom PC aufgestellt, koppelt den Controller sofort und zuverlässig und dient zugleich als induktive Ladestation. So sieht die ideale Inbetriebnahme aus: Karton öffnen, Puck per USB-Kabel einstöpseln, Steam die Firmware installieren lassen – fertig. Es ist eine durchdachte Lösung für ein Problem, dessen Existenz viele Spieler vielleicht gar nicht bewusst war.

Das Paradox der Perfektion: Eintrittsbarriere versus Individualität

Der Steam Controller befindet sich in einem interessanten Spannungsfeld. Einerseits muss er aus der Box heraus sofort und intuitiv wie jeder Standard-Gamepad funktionieren, um Spieler nicht zu vergraulen. Andererseits ist der Zugang zu einer nahezu unbegrenzten Anzahl von individuellen Tastenbelegungen via Steam Input ein Markenzeichen des Valve-Ökosystems. Diese Eigenkonfigurationen sind ein mächtiges Werkzeug, besonders für Maus-und-Tastatur-Spiele auf der Couch, werfen aber auch technische Herausforderungen auf.

Probleme entstehen laut Slocum, wenn Spiele entweder nur „Gamepad“ oder „Maus-und-Tastatur“ erwarten, nicht aber eine Mischung aus beidem. Valve rät Entwicklern deshalb dringend, ihre Spiele auf diese gemischte Eingabe zu testen. Während die Nutzung von Controllern auf Steam dank des Steam Decks ohnehin kontinuierlich steigt, bietet der neue Controller eine perfekte Brücke. Er dient als dediziertes Pad für angedockte Steam Decks, als Standard-Controller für die kommenden Steam Machines und als Gateway in die Welt des Steam Input für ambitionierte PC-Spieler.

Ein Nischenprodukt mit weitreichenden Auswirkungen auf den Controller-Markt

Analysten sehen im Steam Controller kein Massenprodukt. Die ersten Lieferschätze für die USA werden auf bescheidene 40.000 Einheiten geschätzt. Valve verfolgt hier klassisch eine Strategie zur Monetarisierung der eigenen, treuen Steam-Benutzerbasis und nicht die Anwerbung neuer Kunden. Dennoch ist der potenzielle Einfluss auf den Markt nicht zu unterschätzen. Ähnlich wie der Steam Deck einen riesigen Markt für Windows-Handhelds auslöste, könnte auch der neue Controller eine Blaupause für andere Hersteller werden.

Valves offene Hardware-Unterstützung ermöglicht es Drittanbietern, das Layout zu adaptieren und weiterzuentwickeln. Sollte sich die Controller-Nutzung auf Steam weiter beschleunigen und durch diesen Stil von Controllern geprägt werden, wird der Druck auf Entwickler steigen, ihre Spiele optimal für die Funktionen und Besonderheiten dieser Geräte zu unterstützen. Das könnte langfristig sogar neue Spielgenres oder -mechaniken begünstigen, die von den zusätzlichen Tasten und der tiefen Anpassbarkeit profitieren. Der neue Steam Controller ist somit mehr als nur ein weiteres Gamepad – er ist Teil von Valves langfristiger Mission, das PC-Gaming aus der Schreibtischfessel zu befreien und zugänglicher denn je zu machen.

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