Nvidia startet DLSS 5 mit NBA 2K27 am 3. September

Nvidia bringt mit NBA 2K27 die umstrittene DLSS 5-Technologie auf den Markt – eine KI-gestützte Bildverbesserung mit Tücken.

DLSS 5 startet am 3. September mit NBA 2K27 und sorgt für gemischte Reaktionen in der Spielergemeinde.
Highlights
  • DLSS 5 ist die fünfte Generation von Nvidias Deep-Learning-Super-Sampling und läuft nur auf RTX-50-GPUs.
  • Die Technologie kann Charaktermodelle und Umgebungen verändern, birgt aber Risiken wie den Uncanny-Valley-Effekt.
  • Nvidia positioniert DLSS 5 als Meilenstein, doch die meisten Spieler werden die Funktion kaum nutzen können.

Nvidia bringt am 3. September mit NBA 2K27 die umstrittene DLSS 5-Technologie auf den Markt – eine KI-gestützte Bildverbesserung, die Charaktermodelle und Umgebungen gezielt verändern kann, um den Eindruck von Fotorealismus zu erzeugen. Nach ersten, viel kritisierten Demos in Resident Evil: Requiem und Starfield sowie durchgesickerten, teils verunsichernden Aufnahmen aus der Beta-Version steht Nvidia vor einer skeptischen Spielergemeinde. Dabei zeigt sich bei genauerer Betrachtung: DLSS 5 ist weniger bahnbrechend als die ersten Raytracing-Demos, aber nicht völlig nutzlos – sofern Entwickler verantwortungsvoll damit umgehen.

Was ist DLSS 5 und wie unterscheidet es sich von bisherigen KI-Upscaling-Verfahren?

DLSS 5 ist die fünfte Generation von Nvidias Deep-Learning-Super-Sampling-Technologie, die ausschließlich auf den RTX-50-Serie-GPUs läuft. Während frühere Versionen vor allem die Auflösung hochskalierten (z. B. von 1080p auf 4K) oder mit Frame Generation verlorene FPS bei aktiviertem Raytracing ausglichen, greift DLSS 5 direkt in die Darstellung von Charakteren und Umgebungen ein. Es generiert zusätzliche Schattenschichten, Texturtiefe und subtile Details, die mit reiner Rechenleistung nur schwer zu erreichen wären. Entscheidend: Anders als generative KI-Tools, die auf Text-Prompts basieren, arbeitet DLSS 5 deterministisch – es nutzt das existierende Render-Frame, das „eine viel informationsdichtere und eingeschränkte Grundlage“ bietet, wie Nvidias Director of Applied Deep Learning Research, Edward Liu, in einem Briefing erklärte. „Eine Frucht bleibt eine Frucht. Derselbe Charakter bleibt derselbe Charakter.“

Warum die ersten Eindrücke so negativ ausfielen

Die Skepsis war enorm, nachdem durchgesickerte Aufnahmen aus Control und Resident Evil: Requiem zeigten, wie DLSS 5 Gesichter und Umgebungen ins Unheimliche verzerrte – ein typischer Uncanny-Valley-Effekt. In einem Fall wirkte die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidende Ko-Protagonistin Grace plötzlich glattgebügelt wie aus einer Beauty-App. Nvidia selbst räumt ein, dass die Qualität stark von der Eingabe abhängt: Je höher die native Auflösung und je mehr Raytracing-Effekte aktiviert sind, desto besser das DLSS-5-Ergebnis. Die finale Version soll laut Nvidia weniger „albträumerisch“ ausfallen.

Nach Vorführungen auf der Gamescom konnte ich allerdings feststellen: Richtig eingesetzt, kann DLSS 5 tatsächlich eine zusätzliche Realismusebene schaffen. In NBA 2K27 etwa wirkten Spielermodelle und NPCs in der Menge deutlich lebensechter – allerdings nur bei genauem Hinsehen. Die Verbesserungen waren so subtil, dass sie für die meisten Spieler vermutlich kaum ins Gewicht fallen.

Für wen ist DLSS 5 gedacht – und warum die meisten Spieler es ignorieren können

Nvidia positioniert DLSS 5 als Meilenstein, doch in der Praxis bleibt die Technologie eine Nischenfunktion für Pixel-Peeker. Selbst Raytracing, das Nvidia mit der RTX-20-Serie einst als Revolution feierte, ist nie zum essenziellen Bestandteil großartiger Spiele geworden. Spiele wie Control glänzen durch Gameplay und Storytelling, nicht durch Lichteffekte. DLSS 5 wird daran nichts ändern – und kann im schlimmsten Fall die künstlerische Ästhetik eines Titels beschädigen.

Hinzu kommt die Hardware-Beschränkung: Nur Besitzer einer RTX-50-Grafikkarte können DLSS 5 nutzen. Und selbst dann sind die besten gezeigten Demos – wie die verfeinerte Gesichtstextur eines Basarhändlers oder lebensechtere NBA-Stars – so dezent, dass sie den Spielspaß kaum beeinflussen. Nvidia selbst gesteht ein, dass der Weg zu Hollywood-reifem Fotorealismus noch „Größenordnungen“ entfernt sei: Der Rechenbedarf sei im Vergleich zu den Anfängen um das 400.000-Fache gestiegen, aber man sei noch weit davon entfernt, die reale Welt in Echtzeit zu simulieren.

KI als Werkzeug für Entwickler – oder als Risiko?

Nvidia sieht DLSS 5 als Werkzeug, das Künstlern hilft, „ihre Vision näher an das heranzubringen, was sie ursprünglich beabsichtigt haben“, wie Gabriele Leon, Director of Real-Time Content Technology, erläutert. Ein Entwickler von NBA 2K27 zeigte sich begeistert, dass die Technologie eine zusätzliche Realismus-Schicht auf Spielermodelle und NPC-Massen legen kann. Allerdings bleibt die Frage, wie viele Studios die subtile Herangehensweise wählen. Nvidia hatte bereits früher mit KIa-NPCs experimentiert, die als „albtraumhaft“ galten – sie fanden kaum Verbreitung. Sollte DLSS 5 dazu führen, dass Charaktermodelle übermäßig geglättet oder verfremdet werden, dürften Entwickler die Funktion ebenso schnell wieder deaktivieren.

Wie funktioniert DLSS 5 technisch – und welche Risiken birgt es?

Der entscheidende Unterschied zu anderen generativen KI-Tools: DLSS 5 liefert deterministische Ergebnisse, weil es auf dem Render-Frame des Spiels basiert – einer Informationsmenge, die viel stärker eingeschränkt ist als ein freier Text-Prompt. Das bedeutet: Ein Apfel bleibt ein Apfel, der gleiche Charakter wird nicht verfremdet. Dennoch besteht die Gefahr, dass die KI über das von den Künstlern Intendierte hinausgeht. Nvidia argumentiert, dass hochwertigere Eingaben (höhere Auflösung, aktiviertes Raytracing) bessere Ergebnisse liefern – und dass die Technologie letztlich nur das umsetzt, was Entwickler ohnehin wollten. Ob das in der Praxis immer so ist, bleibt abzuwarten.

Das Beste, was man über DLSS 5 derzeit sagen kann, ist, dass es relativ harmlos wirkt. Anders als die gescheiterten KI-NPCs von Nvidia könnte DLSS 5 durchaus in einigen Titeln Einzug halten – aber nur, wenn Entwickler den schmalen Grat zwischen subtiler Verbesserung und ungewollter Verfremdung treffen. Für die große Mehrheit der Spieler wird es jedoch kein großer Verlust sein, wenn DLSS 5 ignoriert wird. Die eigentliche Frage ist, ob Nvidia die Technologie als Vorwand nutzt, um die RTX-50-Serie zu bewerben – oder ob sie tatsächlich einen nennenswerten Fortschritt für das Gaming darstellt. Die ersten Eindrücke deuten eher auf Ersteres hin.

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