Steam Controller Launch Preorders With Premium Pricepoint

Von Gaming Central - Gaming-Redaktion & Analyse

Nach langer Wartezeit startet der Verkauf des neuen Steam Controllers von Valve endlich am 4. Mai zu einem Preis von stattlichen 99 US-Dollar. Dieser Betrag lässt zunächst aufhorchen und wirkt wie ein großer Sprung im Vergleich zum Xbox Wireless Controller mit seinen 65 bis 50 Dollar. Der erste Blick täuscht allerdings, denn wie ein Marktvergleich zeigt, positioniert sich Valves Eingabegerät in einer gut besuchten Mittelklasse von sogenannten Low-End-Premium-Controllern. Die tatsächliche Bewertung des Preises hängt deshalb entscheidend von den einzigartigen Funktionen – zwei haptische Trackpads, vier Rücktasten, Grip Sense für gyroskopische Steuerung und ein Pairing-Puck – und vor allem von der sehr spezifischen Einsatzumgebung ab. Sie ist das heimliche Preisschild, über das sich jeder Käufer bewusst sein muss.

Was macht den Steam Controller so besonders?

Dieser Controller ist keinesfalls in das Gehäuse eines Xbox-Gamepads eingegossen. Sein Kernmerkmal sind die beiden hochpräzisen haptischen Trackpads, die in vielen Spielen die präzisere Zeigersteuerung einer Maus auf eine ergonomische Form übertragen können. Dazu kommen vier programmierbare Rücktasten für zusätzliche Makros oder Hotkeys und Grip Sense, wodurch die integrierte Gyroskop-Steuerung durch einfaches Greifen aktiviert werden kann.

Das Bundle wird durch einen magnetischen Pairing-Puck abgerundet, der nicht nur die kabellose Verbindung zum PC erleichtert, sondern gleichzeitig als Ladekabel dient. Valve setzt auf ein in sich geschlossenes Feature-Paket ohne austauschbare Teile, aber der Funktionsumfang ist dennoch hochpreisig. Diese Kombination aus Maus- und Gamepad-Funktionalität macht den Steam Controller zu einem Hybriden, den es in dieser Form bei der Konkurrenz nicht gibt. Der Preis scheint dadurch zuerst erklärt, der Kontext fehlt allerdings.

Der Steam Controller im Wettbewerbsgefüge

Die 99-Dollar-Marke ist kein einsamer Gipfel, sondern vielmehr ein viel besuchtes Plateau. Während das Xbox Wireless (ca. 65 $), der Sony DualSense (74 $) und die Joy-Con 2 (100 $) die großen Drei der Standard-Controller repräsentieren, gibt es eine ganze Reihe von Modellen, die genau beim Steam-Controller-Preis ansetzen.

Controller Preis Plattformen
Scuf Valor 100 $ Xbox, Windows-PC
Razer Wolverine V3 100 $ Xbox, Windows-PC
POWER A XP-ULTRA 100 $ Xbox, Windows-PC, Android

Diese Geräte gelten bereits als Premium-Einstiegsmodelle und bieten Features wie mechanische Tasten, schnelle Trigger, programmierbare Rücktasten und Triggerlocks. Erst ab etwa 200 Dollar beginnt die Liga der absoluten High-End-Gamepads wie dem Xbox Elite Series 2, dem DualSense Edge oder dem modularen Victrix Pro BFG. Ein Scuf Reflex FPS schlägt sogar mit 280 Dollar zu Buche. Gemessen an diesem Spektrum ist der Steam Controller mit seinen spezialisierten Trackpads und der umfangreichen Ausstattung durchaus als wettbewerbsfähig und sogar fair einzustufen, wenn man das gebotene Technologiepaket betrachtet.

Die entscheidende Preisfrage: Der Steam-Ökosystem-Kompromiss

Die größte Einschränkung ist nicht der Preis für die Hardware, sondern die Kompatibilität. Der Steam Controller wurde von Grund auf für das Steam-Ökosystem entwickelt. Das bedeutet: Er funktioniert nahtlos mit dem Steam-Client auf dem PC, dem Steam Deck, über Steam Link auf mobilen Geräten oder künftigen Steam Machines. Er ist sozusagen das perfekte Begleitgerät für die Steam-Suite.

Abseits dieses Ökosystems stößt man jedoch an Grenzen. Andere Launcher wie der Epic Games Store oder EA App erkennen den Controller zwar, aber nur als composite Gerät, also eine Mischung aus Maus und Tastatur. Die native Gamepad-Unterstützung, die bei einem Xbox-Controller universell funktioniert, fehlt hier. Dieser Kompromiss definiert den Wert neu: Für reine Steam-Enthusiasten, die hauptsächlich in ihrer Steam-Bibliothek spielen, ist der Controller mit seinen Trackpads ein kaum zu schlagendes Werkzeug. Für Spieler, die ihre Spiele über viele Launcher verteilen und einen universellen Allrounder suchen, ist die Investition jedoch schwer zu rechtfertigen.

Die endgültige Kaufentscheidung hängt also nicht von der bloßen Summe ab, sondern von der Antwort auf eine Frage: Spielst du auf Steam oder spielst du auf dem PC? Wer ersteres mit großer Hingabe tut, findet im Steam Controller einen hochspezialisierten und mächtigen Begleiter. Wer letzteres tut, sollte lieber zu einer universelleren Lösung wie einem Xbox-Gamepad greifen, dessen Allround-Talente trotz fehlender Trackpads auf lange Sicht wertvoller sein könnten.

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