CD Projekt RED hat endlich Klarheit geschaffen: Der mit Spannung erwartete vierte Teil der Rollenspiel-Saga The Witcher 4 soll im Jahr 2028 erscheinen. Das Studio dämpft jedoch die Hoffnungen auf eine Präsentation auf der diesjährigen gamescom – der Titel wird in Köln nicht spielbar oder in neuer Form gezeigt werden. Damit müssen sich Spieler auf einen langen Entwicklungsweg einstellen, der jedoch mit einem ambitionierten Versprechen unterlegt ist.
Offizielle Bestätigung: The Witcher 4 erscheint im Jahr 2028
CD Projekt RED hat via Video-Statement die lang erwartete Ankündigung gemacht: The Witcher 4, offiziell als The Witcher IV betitelt, wird voraussichtlich im Jahr 2028 erscheinen. Diese Fensterangabe ist das erste konkrete Datum, das der polnische Entwickler für das Projekt nennt. Die Community, die seit dem Abschluss von The Witcher 3: Wild Hunt auf eine Nachfolge wartet, bekommt damit einen realistischen – wenn auch fernen – Horizont genannt. Das Studio verspricht einen Titel, der als das “größte, kühnste und ambitionierteste Spiel” der Firmengeschichte gelten soll.
Warum der Titel nicht auf der gamescom 2026 gezeigt wird
Viele Fans hofften, dass CD Projekt RED die diesjährige gamescom nutzen würde, um erste Gameplay-Szenen oder zumindest einen Trailer zu zeigen. Diese Erwartung wurde nun explizit widerlegt. Der Copräsident des Studios, Michał Nowakowski, erklärte in einem Video, dass man zwar in der Lage sei, das Veröffentlichungsjahr zu nennen, aber noch nicht bereit sei, das Spiel auf der Messe zu präsentieren. “Wir werden The Witcher 4 nicht auf der gamescom zeigen”, so Nowakowski, der die Geduld der Spieler für die verlängerte Entwicklungszeit erbat. Der Verzicht auf eine Messe-Präsenz ist ein Zeichen dafür, dass der Titel sich in einer intensiven Produktionsphase befindet, in der eine öffentliche Demo als kontraproduktiv angesehen wird.
Was wir über das Spiel wissen: Ciri, offene Welt und neue Größenordnung
Bereits im Vorfeld der Ankündigung zeichnete sich ab, dass The Witcher 4 andere Wege gehen wird als die Vorgänger. Die Hauptfigur wird nicht Geralt von Riva sein, sondern Ciri, die in The Witcher 3 eingeführte und äußerst beliebte Nebenfigur. Nowakowski beschrieb das Spiel als eine “riesige, immersive offene Welt” mit einer “actiongeladenen Spielmechanik” und einer Geschichte von “tiefgreifender Wirkung”. Dies deutet darauf hin, dass CD Projekt RED versucht, die Errungenschaften von Cyberpunk 2077 in puncto Dichte und atmosphärischer Tiefe mit der epischen Erzählstruktur der Hexer-Saga zu kombinieren. Das Unternehmen betont explizit, dass es sich um das bislang ambitionierteste Projekt handelt – eine Formulierung, die sowohl Vorfreude als auch Skepsis weckt, erinnert man sich an den holprigen Start des letzten Großprojekts.
Eine Brücke in die Zukunft: Die Erweiterung Songs of the Past
Um die Wartezeit bis 2028 zu überbrücken, erhalten Fans ein zusätzliches Angebot. Für 2027 ist die Veröffentlichung einer neuen Erweiterung für The Witcher 3: Wild Hunt geplant, die den Titel Songs of the Past trägt. Diese erste posthume Erweiterung für den dritten Teil befindet sich aktuell in Entwicklung und wird im Rahmen der gamescom-Eröffnungsfeierlichkeiten genauer vorgestellt. Damit gibt es einen konkreten Berührungspunkt zur Marke, bevor der vierte Teil erscheint. Die Erweiterung könnte als Testlauf für Techniken oder Design-Entscheidungen dienen, die später in The Witcher 4 zum Tragen kommen.
Die Implikationen der langen Entwicklungszeit
Ein Release im Jahr 2028 bedeutet, dass CD Projekt RED sich mehr als fünf Jahre Zeit für die Entwicklung des Spiels nimmt, nachdem das Team Mitte der 2020er-Jahre die Vorproduktion aufnahm. Diese lange Zeitspanne ist einerseits eine Reaktion auf die Erfahrungen mit Cyberpunk 2077, bei dem ein zu früher Release-Termin zu massiven technischen Problemen führte. Andererseits erlaubt sie es dem Studio, eine neue Engine oder umfassende technische Neuerungen zu integrieren. Für Anleger und Analysten ist die Angabe eines festen Jahresfensters ein wichtiges Signal: Das Projekt ist nicht in der Schwebe, sondern der Fahrplan steht. Die Frage, ob das Studio mit dieser Ankündigung die Messlatte zu hoch legt, wird sich erst in zwei Jahren beantworten lassen.
Gamescom und die Zukunft der Witcher-Reihe
Der Verzicht auf eine gamescom-Präsenz für The Witcher 4 ist für eine Messe, die zunehmend um Aufmerksamkeit konkurriert, ein herber Verlust. Gleichzeitig zeigt es, dass große Produktionen ihren Rhythmus vorgeben. Die Geschichte, die CD Projekt RED erzählt, wird in den kommenden Jahren nicht auf Messebildschirmen stattfinden, sondern in den Entwicklerstudios. Das Versprechen eines “großen, kühnen und ambitionierten” Spiels, das mit Ciri eine neue Ära einläutet, bleibt bestehen. Die Fans müssen sich nun bis 2028 gedulden – und sich in der Zwischenzeit mit der nostagischen Reise nach Songs of the Past trösten, die zumindest einen Vorgeschmack auf die Qualität gibt, die das Studio anstrebt.