Ubusuna: M2 stoppt Entwicklung des Ikaruga-Nachfolgers

Von Gaming Central - Gaming-Redaktion & Analyse

Das japanische Entwicklerstudio M2 hat die Arbeiten an Ubusuna, dem lang erwarteten Shoot ‚em Up von Ikaruga-Schöpfer Hiroshi Iuchi, offiziell eingestellt. Das gab Unternehmenspräsident Naoki Horii in einer persönlichen Mitteilung bekannt. Das Projekt war ursprünglich im Jahr 2014 angekündigt worden und galt seitdem als einer der geheimnisumwittertsten Titel des Genres. Die Entwicklung erstreckte sich über mehr als ein Jahrzehnt, ohne dass jemals ein konkreter Veröffentlichungstermin genannt wurde. Mit der Absage endet nun vorerst ein Kapitel, das viele Fans des vertikalen Shoot ‚em Ups mit großer Spannung verfolgt hatten.

Rücktritt von Hiroshi Iuchi als Auslöser

Wie Horii in seiner Stellungnahme erläuterte, sei die Entscheidung zur Einstellung der Entwicklung direkt auf den Weggang von Chefentwickler Hiroshi Iuchi zurückzuführen. Dieser habe unter schwierigen Umständen sein Rücktrittsgesuch eingereicht, welches das Unternehmen nach beidseitigem Einvernehmen akzeptierte. Iuchi war nicht nur der Namensgeber des Projekts, sondern auch die zentrale kreative Figur hinter Ubusuna. Das Team um ihn herum hatte das Spiel von Beginn an maßgeblich geprägt. Nach seinem Ausscheiden prüfte M2 sämtliche Optionen, um das Projekt fortzuführen, gelangte jedoch zu dem Schluss, dass eine Vollendung ohne Iuchis Mitwirkung nicht möglich sei. Die enge Verzahnung von Design, Spielmechanik und künstlerischer Vision ließ sich intern nicht durch andere Entwickler ersetzen.

Ein Jahrzehnt voller Erwartungen

Ubusuna wurde erstmals 2014 angekündigt und weckte sofort große Hoffnungen bei Liebhabern anspruchsvoller Shoot ‚em Ups. Der Name Iuchi steht in der Geschichte des Genres für Innovation und kompromisslose Qualität. Sein Meisterwerk Ikaruga aus dem Jahr 2001 gilt bis heute als einer der einflussreichsten Titel seiner Art und prägte mit seinem ausgeklügelten Polaritätssystem ganze Generationen von Spielen. Ein Nachfolger oder geistiger Erbe war daher ein viel diskutiertes Thema in der Community. M2, bekannt für hochwertige Portierungen und eigene Entwicklungen, schien das perfekte Zuhause für ein solches Projekt. Die lange Entwicklungszeit ließ immer wieder Spekulationen aufkommen. Dennoch blieb das Interesse an Ubusuna über die Jahre hinweg konstant hoch. Die offizielle Absage trifft die Fangemeinde daher besonders hart.

Die offizielle Stellungnahme von M2

Naoki Horii veröffentlichte eine ausführliche Erklärung, in der er sich direkt an die Unterstützer des Projekts wandte. Er entschuldigte sich bei Fans in Japan und Übersee, die jahrelang auf die Fertigstellung warteten, bei externen Kreativschaffenden, die täglich an dem Titel arbeiteten, sowie bei Medienvertretern, die bei der Öffentlichkeitsarbeit halfen. Man sei den Erwartungen nicht gerecht geworden. Gleichzeitig kündigte Horii an, dass der Soundtrack-EP-Trailer zum Spiel vom firmeneigenen YouTubeaa-Kanal entfernt wurde. Die folgende Passage aus seiner Mitteilung gibt einen tiefen Einblick in die Entscheidungsfindung des Studios.

Obwohl M2 die Entwicklung einstellt, betonte Horii ausdrücklich, dass Hiroshi Iuchi selbst noch nicht alle Hoffnung aufgegeben habe. Unabhängig von M2 wolle er weiterhin nach Möglichkeiten suchen, Ubusuna zu vollenden. Es sei sein aufrichtiger Wunsch, dass Iuchi eines Tages eine Gelegenheit finde, das Projekt in der einen oder anderen Form wieder aufzunehmen. Die Spieler könnten dann vielleicht doch noch mit dem fertigen Werk wiedervereint werden. Diese Aussage lässt zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Zukunft offen.

Eine Bitte um Respekt und Zurückhaltung

In seiner Mitteilung richtete Horii zudem einen eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit. Die Angelegenheit habe nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Beteiligten und vielen Mitarbeitern tiefe emotionale und physische Spuren hinterlassen. Spekulative Beiträge über die Situation sowie verleumderische Kommentare in sozialen Netzwerken könnten die psychische und physische Gesundheit der Betroffenen weiter belasten und deren Privatsphäre gefährden. Er bat daher eindringlich darum, von solchen Äußerungen abzusehen. Diese Bitte unterstreicht die schwierige persönliche Situation, die hinter der geschäftlichen Entscheidung steht.

Bedeutung für das Genre und Ausblick

Die Einstellung von Ubusuna ist ein herber Verlust für die Shoot ‚em Up-Szene. Das Genre, das in den 1980er und 1990er Jahren seine Blütezeit erlebte, erfreut sich heute einer kleinen, aber hoch engagierten Nische. Titel wie Ikaruga haben gezeigt, dass innovative Spielmechaniken und künstlerischer Anspruch auch abseits des Massenmarkts funktionieren können. Ein neues Werk von Hiroshi Iuchi hätte diese Tradition fortsetzen können. Ob und wann der Entwickler eine neue Plattform für seine Vision findet, ist völlig offen. Die Branche wird seine nächsten Schritte mit großer Aufmerksamkeit verfolgen. Für M2 steht nun die Bewältigung dieser Zäsur im Vordergrund. Das Unternehmen bleibt jedoch ein wichtiger Akteur im Bereich der Spielentwicklung und der Erhaltung von Spielkultur. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich das Studio nach diesem Rückschlag neu aufstellt.

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