Wardogs, Shroom and Gloom und King of Dragon Pass-Heist-Spiel erscheinen

Eine Woche voller neuer PC-Spiele: Von taktischen Heists im King-of-Dragon-Pass-Universum bis zu pilzigen Dungeon-Crawlern.

Die Spielewoche vom 7. bis 11. September bietet eine vielfältige Mischung aus Indie-Perlen und Early-Access-Titeln.
Highlights
  • Thousand Hells: The Underworld Heists ist ein partbasiertes taktisches Narrativspiel von den Machern von King of Dragon Pass.
  • Shroom and Gloom ist ein pilziger Dungeon-Crawler mit zwei Kartendecks für Navigation und Kampf.
  • Acceptable Losses ist ein phasenbasiertes Weltkrieg-1-Managementspiel, bei dem jeder Soldat ein akzeptabler Verlust sein kann.

Die aktuelle Woche beschert dem PC-Gaming eine ungewöhnlich dichte Abfolge neuer Veröffentlichungen, die von taktischen Rollenspielen über nostalgische Ego-Shooter bis hin zu skurrilen Roguelites reicht. Während das kollektive Gedächtnis noch darüber rätselt, welches Genre das mythische „Maw“ verschlungen haben mag, lässt sich die Kontinuität des Mediums zumindest anhand dieser Neuerscheinungen rekonstruieren. Die Bandbreite ist bemerkenswert, denn sie vereint ambitionierte Early-Access-Titel mit liebevoll gestalteten Indie-Perlen – und ein Ableger der legendären King-of-Dragon-Pass-Reihe verspricht taktische Tiefe auf höchstem Niveau.

Montag, 7. September: Narrative Experimente und Unterwelten-Caper

Der Wochenstart markiert den Auftakt mit mehreren narrativ ambitionierten Titeln. „The Well has gone dry“ ist ein atmosphärisches Experiment, das den Spieler mit einer rostigen Löffel und einer vagen Mission in eine unheilschwangere Umgebung entlässt – der Steam-Eintrag spricht von „Lichtern, die nicht ausgehen dürfen“ und zu ignorierenden Geräuschen. Wesentlich konkreter geht es in „Thousand Hells: The Underworld Heists“ zu, einem partybasierten taktischen Narrativspiel aus der Schmiede der Designer von King of Dragon Pass und Six Ages. Der Titel versetzt den Spieler in die Rolle einer Gruppe von Charakteren in der Unterwelt, die Raubzüge planen und durchführen – ein Konzept, das die bewährte orphische Erzählstruktur mit heist-typischer Teamdynamik kombiniert. Ebenfalls am Montag startet „Port of Jumanah“, ein 2D-Action-Roguelike, in dem man als Perlentaucher einen Hai im Nadelstreifenanzug mit einer Thompson-Maschinenpistole verprügelt.

Dienstag, 8. September: Nullerjahre-Nostalgie und Weltkriegs-Management

Der Dienstag steht im Zeichen der Retrowelle. „SPRAWL zero“ (im Bild) ist ein Ego-Shooter im Stil der Nullerjahre, der sich explizit an Halo und F.E.A.R. orientiert. Neben der obligatorischen Zeitlupenmechanik (Bullet Time) verspricht der Titel alberne Schwerkraftkräfte – ein Alleinstellungsmerkmal, das an die Experimentierfreude der Ära erinnert. Deutlich bodenständiger, aber nicht weniger fesselnd, präsentiert sich „Acceptable Losses“. Das phasenbasierte Weltkrieg-1-Managementspiel stellt den Spieler als Offizier in einen Unterstand, der über Papierkram brütet und entscheidet, welche prozedural generierten Soldaten auf Missionen geschickt werden. Die Mechanik zwingt zu harten Kalkulationen: Jeder Verlust ist ein „akzeptabler Verlust“, aber auch ein Gesicht, dessen Name man vielleicht nie erfährt.

Mittwoch, 9. September: Action-Narrativ-Hybride mit Karten-Twist

Die Wochenmitte bringt mit „In Falsus“ einen ambitionierten Hybriden. Die Beschreibung des Spiels liest sich wie ein Genre-Cocktail: Fünf Oberschulmädchen, verstrickt in ein geheimes Regierungsexperiment, müssen eine Mischung aus Guitar-Hero-artigen Rhythmussequenzen (erinnert an die alte Zone-Modus von WipEout) mit Kartenspielelementen bewältigen. Die narrative Hybridstruktur verspricht eine Geschichte, die sich durch die Spielaktionen entfaltet – ein Ansatz, der an Interaktionsdramen erinnert, aber hier mit rein spielmechanischen Zwängen kombiniert wird.

Donnerstag, 10. September: Große Early-Access-Schlachtschiffe und Pilz-Dungeons

Der Donnerstag ist der Tag der großen Veröffentlichungen. Drei Titel dominieren das Angebot. „Ex Sanguis“ (Early Access) ist das neue gitterbasierte Taktik-RPG der Entwickler von Othercide. Das Spiel ermöglicht es, feindliche Figuren auf dem Spielfeld herumzuschieben, die Reihenfolge der Züge zu manipulieren und letztlich alles rot zu färben. Die markante Ästhetik des Vorgängers lässt sich hier wiedererkennen. Ebenfalls im Early Access startet „Wardogs“, der neue 100-Spieler-Militär-Ego-Shooter der Battalion-Entwickler Bulkhead. Das zentrale Feature: vollständig zerstörbare Gebäude, die das taktische Gefecht auf eine neue Ebene heben. Parallel dazu erscheint „Shroom and Gloom“, ein pilziges Dungeon-Crawler mit zwei Kartendecks: eines für die Navigation, das andere für den Kampf. Die handgezeichnete, schmuddelige Grafik verleiht dem Titel einen unverwechselbaren Charme. Für Literaturfreunde hält der Donnerstag „The Alighieri Circle: Dante’s Bloodline“ bereit, einen literarischen First-Person-Horror, der zwischen einer sinistren italienischen Villa und zahlreichen Dämonendimensionen wechselt. Ziel ist es, das Tor zur Hölle zu versiegeln, indem man verstreute Seiten der Göttlichen Komödie einsammelt.

Freitag, 11. September: Roguelite-Rennspiel-Poesie

Der Freitag beschließt die Woche mit einer kuriosen Perle: „The Loopler“ ist ein Roguelite, bei dem der Spieler eine Modellauto-Rennstrecke verziert, um Punkte zu generieren. Die Prämisse erinnert an die Struktur eines wissenschaftlichen Experimentieraufbaus – die Mechanik ist simpel, aber die daraus resultierenden Kombinationen könnten durchaus eine tiefgehende Systematik hervorbringen.

Parallel zu diesen Veröffentlichungen laufen im Hintergrund die üblichen redaktionellen Arbeiten: James werkelt an einem Hardware-Thema, Julian führt ein Interview mit einem prominenten Branchenmanager, und Jeremy vollendet die Eroberung des Guides-Teams für The Blood of Dawnwalker – ein Titel, dessen Nomenklatur selbst eingefleischte Redakteure immer wieder ins Stolpern bringt. Die Abwesenheit von Mark, Dion und Ollie im morgendlichen Meeting deutet darauf hin, dass entweder tiefgründige Recherchen oder dringende Bug-Fixes anstehen. In jedem Fall bleibt die Frage offen, welches Genre das „Maw“ tatsächlich verschlungen hat. Vielleicht ist es das der unauffälligen Mid-Budget-Spiele, die in dieser Woche eindrucksvoll beweisen, wie lebendig und vielfältig die aktuelle PC-Spielelandschaft ist. Eine sehr gute Woche wünscht Ihnen der Autor.

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