Die Belegschaft des Ubisoft-Studios in Barcelona tritt in den Streik. Grund sind die geplanten Entlassungen von 51 Mitarbeitern, die das Unternehmen im Rahmen einer Neuausrichtung des Standorts angekündigt hat. Die spanische Gewerkschaft La Confederación General del Trabajo (CGT) hat zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, die an Dienstag- und Donnerstagnachmittagen zwischen dem 30. Juni und dem 17. Juli stattfinden sollen.
Was fordern die streikenden Mitarbeiter von Ubisoft Barcelona?
Die Beschäftigten verlangen in einem bindenden Verhandlungsprozess ein neues Mandat für das Studio, das den Erhalt aller 51 gefährdeten Arbeitsplätze garantiert. Darüber hinaus fordern sie einen Beschäftigungsschutz, der Ubisoft für mindestens fünf Jahre davon abhalten soll, weitere Massenentlassungen am Standort Barcelona durchzuführen. Ein zentraler Punkt der Proteste ist zudem die Freigabe bereits zugesagter Beförderungen, die das Unternehmen nach Angaben der Belegschaft „einseitig gestoppt“ hat. Hinzu kommt die Forderung nach einem Recht auf Homeoffice an 60 Prozent der Arbeitstage, um eine effektive Work-Life-Balance zu gewährleisten. Schließlich verlangen die Mitarbeiter eine formelle Überprüfung des Gehaltsverbesserungsplans sowie der Sozialleistungspakete des Studios.
Warum streiken die Mitarbeiter bei Ubisoft Barcelona?
Der Streik richtet sich gegen den geplanten Stellenabbau von 51 Arbeitsplätzen, der Teil einer umfassenden Umstrukturierung des französischen Publishers ist. Ubisoft hatte die Entlassungen in Barcelona bereits Anfang des Jahres bekanntgegeben, zeitgleich mit der Schließung der Studios in Winnipeg und Belgrad. Das Unternehmen verfolgt mit der Neuausrichtung das Ziel, das spanische Studio künftig ausschließlich auf die Rainbow Six-Reihe zu konzentrieren. Für die Belegschaft bedeutet diese Spezialisierung jedoch eine unsichere Zukunftsperspektive, die sie durch die Streiks abwenden wollen.
Der Kontext: Ubisofts jahrelanger Sparkurs
Die Vorgänge in Barcelona sind Teil einer anhaltenden Konsolidierungswelle bei Ubisoft. Der Konzern hat über mehrere Jahre hinweg tiefe Einschnitte vorgenommen. Erst im Januar dieses Jahres kündigte der französische Publisher eine „finale“ Runde von Kostensenkungen an, die Einsparungen in Höhe von 200 Millionen Euro erzielen soll. Die Schließung der Studios in Winnipeg und Belgrad sowie der geplante Stellenabbau in Barcelona sind unmittelbare Folgen dieser Strategie. Die Streiks in Spanien zeigen nun, dass die Belegschaft nicht bereit ist, diese Entwicklung ohne Widerstand hinzunehmen.
Welche Bedeutung hat der Streik für die Zukunft des Standorts?
Sollte Ubisoft den Forderungen der Mitarbeiter nicht nachkommen, droht eine längere Phase der Arbeitsniederlegungen, die den Betrieb des auf Rainbow Six spezialisierten Studios erheblich beeinträchtigen könnte. Die Gewerkschaft CGT hat die Streiks zunächst für den Zeitraum bis zum 17. Juli angekündigt, schließt aber eine Verlängerung nicht aus. Der Ausgang der Verhandlungen wird nicht nur für die betroffenen 51 Mitarbeiter richtungsweisend sein, sondern auch signalisieren, wie weit der Konzern bei seinem Sparkurs zu gehen bereit ist – und ob sich die Belegschaft gegen die Restrukturierungspläne der Unternehmensführung wirksam zur Wehr setzen kann.