Bethesda hat nach umfangreichen Wartungsarbeiten ein neues, umfangreiches Gameplay-Update für Fallout 76 auf alle Plattformen ausgerollt. Update 2.22, das die interne Versionsnummer 1.7.24.12 trägt, konzentriert sich hauptsächlich auf Fehlerbereinigungen und Optimierungen in nahezu allen Facetten des Spiels, von grundlegenden Kampf- und Schadensberechnungen über C.A.M.P.- und Shelter-Items bis hin zu spezifischen Anpassungen für Waffen, Rüstungen und öffentliche Events. Es handelt sich dabei erneut um einen gewichtigen Download, dessen Umfang je nach Plattform stark variiert.
Gewichtiges Update mit signifikanten Download-Umfängen
Die Dateigröße des Patches differiert erheblich zwischen den unterschiedlichen Plattformen. Während Spieler auf Steam einen Download von 8,3 Gigabyte bewältigen müssen, stellt die Microsoft Store-Version unter Windows mit 21,7 Gigabyte eine deutlich höhere Datenmenge dar. Konsolenspieler sehen sich den größten Downloads gegenüber: Xbox-Nutzer müssen 25,4 Gigabyte herunterladen, PlayStation-Spieler immerhin noch 23,5 Gigabyte. Diese Diskrepanzen sind auf die unterschiedlichen Datenpaketierungs- und Komprimierungssysteme der jeweiligen Plattformen zurückzuführen.
Verbesserungen für öffentliche Events und Aktivitäten
Eine Reihe von oft gespielten Events bekam gezielte Fehlerbehebungen und Balance-Anpassungen. So wurde die Chance auf das Spawnen legendärer Gegner im Event „Distinguished Guests“ erhöht, was die Attraktivität dieser Aktivität steigern soll. Darüber hinaus sollten verfolgte Quest- und Event-Timer nun korrekt herunterzählen, ein Problem, das in der Vergangenheit zu Verwirrung führen konnte.
Beim Endgame-Event „Colossal Problem“ ist nun der Erhalt des „Casual Underarmor Style“ nach Abschluss des Events gesichert. Etwas weniger legendäre Gegner gibt es dagegen jetzt beim Event „Feed the People“, das nun in etwa der Anzahl anderer Events entspricht, um eine Balance zu wahren. Die Aktivität „Battle Bots“ wurde korrigiert, sodass sie nun nicht mehr aktiv bleibt, wenn Spieler sie nie starten, was den Verlauf der Spielwelt bereinigt.
Praktische Änderungen gibt es auch bei der „Powering Up“-Event-Reihe: Türen in den Kraftwerken, die normalerweise durch Terminale gesperrt waren, sind jetzt permanent geöffnet, um den Ablauf zu erleichtern. Zudem wurde ein Problem behoben, das verhindern konnte, dass „Grunt Hunts“ für manche Spieler überhaupt starten.
Umfassende Rüstungs- und Kleidungsinhalte optimiert
Das Update nimmt einen großen Bereich von kosmetischen und mechanischen Probleme am Equipment unter die Lupe. Viele Clipping-Probleme wurden adressiert, etwa beim Legion Legate Helm, der nicht mehr in den Nacken des Spielers schneidet, oder bei den Schulterpolstern des NCR Trooper Outfits an männlichen Charakteren. Unerwünschte Darstellungen wurden korrigiert: Die Teile von Liberty Prime erscheinen nicht mehr im Inspektionsmenü, wenn der Patriot Prime PA Skin angewendet ist, und die Nuka-Cola Collectors Power Armor weist keine dunkle Lücke mehr auf, wenn sie ausgerüstet wird.
Namensanpassungen wurden ebenfalls durchgeführt: Aus den „Abraxodyne Overalls“ wurden die „Abraxodyne Coveralls“, und das „Deathclaw Skin Outfit“ zählt nicht mehr als Tarnung für den Mothman-Kult, was seine Funktion in bestimmten Situationen ändert. Gewichtsprobleme wurden gelöst, etwa beim NCR Trooper Outfit, das nicht mehr das Spielergewicht beeinflusst, wenn Unterkleidung darunter getragen wird, oder bei den Rust Raider Light/Medium/Heavy Outfits, die vorher zu viel wogen.
Einen besonderen Schwerpunkt bilden fundamentale Änderungen an der Zustandsverschlechterung von Rüstung und Power Armor. Ein wichtiger Bug wurde behoben, bei dem der Zustandsschaden auf Basis des vom Spieler erlittenen Gesundheitsschadens berechnet wurde, und nicht auf Basis des Schadens, den die Rüstung tatsächlich abgewehrt hat. Dies führte zu der irreführenden Situation, dass hoher Schaden durch durchschlagende Angriffe (bei denen die Rüstung wenig schützt) trotzdem zu hohem Rüstungsschaden führte. Jetzt wird der Zustandsschaden korrekterweise nur noch für den Schaden verrechnet, den die Rüstung tatsächlich absorbiert. Rüstungen sollten dadurch in vielen Konfrontationen länger halten.
Des Weiteren wurde generell die Menge an Zustandsschaden reduziert, die alle Spielerrüstungen erleiden, womit sie laut Entwicklern deutlich länger intakt bleiben sollten, bevor sie repariert werden müssen. Ein spezielles Problem mit Holdrüstungen, die unerwartet schnell kaputt gingen, wurde ebenfalls korrigiert.
Audio und Immersion
Zwei neue dekorative C.A.M.P.-Items, die „Raven Perch“ und der „Caged Owl“, erhielten passende Soundeffekte, wodurch sie lebendiger wirken. Ein weiteres akustisches Detail: Das Zerstören des „Clean Industrial Fan“ klingt nun so, als wäre er aus Metall und nicht aus Holz.
C.A.M.P., Workshops und Shelters erhalten zahlreiche Fixes
Die Basenbau-Mechanik wurde an vielen Stellen verfeinert. So funktionieren Collectron-Terminals nun korrekt in öffentlichen Workshops, und ein Bug, der das Platzieren von Verbündeten oder Haustieren im C.A.M.P. verhinderte, wurde behoben. Die Build-Menüs wurden überarbeitet: Der Armoire Stash Box ist nun sichtbar, Icons für Items wie das Rabbit Plushie oder die Galaxy Map wurden neu ausgerichtet oder vergrößert, und Items, die aus Plänen von Premium-Verkäufern gebaut werden, zeigen nun das Atom-Shop-Icon im Menü an.
Vereinzelte Platzierungsprobleme wurden gelöst. Die „Blue Nuka-Cola Billboard“ kann nun korrekt platziert werden, und das „Starlight Drive-In Marquee“ verbindet sich nun korrekt mit Böden und Fundamenten. Zudem können C.A.M.P.s nicht mehr in unmittelbarer Nähe zum Starlight Drive-In gebaut werden, was mögliche Blockaden in diesem Gebiet verhindert. Die Animation der Fische im „Fish Tank C.A.M.P.“-Display wurde verbessert.
Einige Einschränkungen wurden eingeführt, um das Spielgleichgewicht zu wahren: Der „Raider Fermenter“ sowie „Fusion“ und „Plasma Core Recharger“ können nicht mehr in Shelters gebaut werden. Fehlende VFX beim „Burning Springs Weather Machine“ sind nun korrigiert, und ältere Blaupausen, die aufgrund fehlender (mittlerweile entfernten) Pläne nicht mehr platziert werden konnten, sind nun wieder zugänglich.
Kern-Gameplay, Kampf und Schadensberechnung überarbeitet
In der Spielmechanik wurden einige tiefgreifende Anpassungen vorgenommen. Die Explosionsberechnung wurde grundlegend überarbeitet. Explosionen behalten nun mehr von ihrem Schaden, auch wenn sie ihr Ziel nicht direkt treffen. Ebenso verlieren Explosionen aus Mehr-Projektil-Angriffen (wie der Gauss Shotgun oder Kombinationen wie Two-Shot + Explosive) weniger Schaden gegen Gegner mit hohen Widerstandswerten. Ein Problem, durch das Schadensboni (z.B. von Demolition Expert) bei Selbstschaden ignoriert wurden, wurde behoben, wobei der globale Selbstschadens-Reduzierungsfaktor unverändert bleibt.
Ein schwerwiegendes PvP-Problem wurde beseitigt, bei dem Mehr-Projektil-Angriffe andere Spieler deutlich schneller töten konnten, als vorgesehen. Zudem wurde ein Bug gefixt, bei dem die Blutungsschäden der Talons-Mutation auf immunisierte Ziele wirken konnten.
Weitere Korrekturen betreffen das Verhalten von NPC-Waffen wie War Drum, Meat Hook und Cryolator, die falsche Schadenswerte zugewiesen bekamen, sowie das Level-Scaling des mächtigen XB-55-Sentry-Bots in der Quest „Over and Out“. Dieser passt sich nun den niedrigeren Stufen von Spielern an, die ihm begegnen, und gewährt beim Besiegen mehr Erfahrungspunkte.
Pip-Boy und Benutzeroberfläche poliert
Die Benutzerführung im Pip-Boy und der allgemeinen UI erhielt eine Vielzahl kleinerer, aber wichtiger Verbesserungen. Lange Radiosendernamen passen ihren Text nun automatisch an, und die Navigation mit dem D-Pad durch die Effekte- und Perk-Tabs unter „STAT“ ist wieder möglich. Der 3D-Model-Viewer im Inventar aktualisiert sich, wenn die Ansichtsmodi gewechselt werden, und eine fehlende Audio-Rückmeldung bei Listenauswahl wurde hinzugefügt.
Gegenstände wie die „Tin of Caps“ oder die „Miner Musings“-Notiz zeigen nun korrekte Vorschaumodelle an. Der Stealth-Indikator erscheint nun auch, wenn man gekauert V.A.T.S. benutzt, und die Schaden-Symbole an Gegnern wurden rechts neben den Gesundheitsbalken verschoben, um Überschneidungen mit Widerstandswerten in V.A.T.S. zu vermeiden. Ein bekanntes Problem mit einer weißen Blitzlichterscheinung beim Schließen des Pip-Boys nach der „Auf der Karte zeigen“-Funktion wurde behoben.
Waffen und legendäre Mods präzise angepasst
Die zwei einzigartigen „Fancy“-Waffen, die Revolver und die Pumpgun, erhielten ein signifikantes Balancing-Update. Sie sind nun schwerer, weniger langlebig und haben eine größere Streuung sowie höhere AP-Kosten. Im Gegenzug laden sie jedoch 25% schneller nach, haben eine um 10% erhöhte Feuerrate und profitieren von einer reduzierten Streuung beim Schleichen. Diese Änderungen sollen ihren charakteristischen „speziellen“, aber nicht übermächtigen Status festigen.
Bei den Mods für die Dom Pedro-Plasma-Pistole wurden die Eigenschaften der „Aligned“ und „Stabilized“ Griffe korrigiert, um nun auch tatsächlich ihren Namensgebungen entsprechende Boni zu gewähren. Ein Fehler, der verhinderte, dass bestimmte Skin-Paints wie „Rip Daring“ und „Peepers“ auf manche Cremators angewendet werden konnten, wurde beseitigt.
Im Bereich der legendären Mods wurde der Preis für „Fierce“ auf das Niveau anderer 2-Sterne-Mods angeglichen. Ein potenziell ausnutzbarer Bug, bei dem gesperrte Mods an Werkbänken verbrauchsfrei angewendet werden konnten, wurde geschlossen.
Questfortschritt und Lokalisierung
Spezifische Fortschrittshürden für Quests wurden entfernt. In der Quest „Insurrection“ können Teammitglieder nun keine optionalen Ziele des Teamleiters mehr vorwegnehmen, und ein Blockade, die einige Spieler am „Sprecht mit dem Kredithai“-Objective aufhielt, ist beseitigt. Bei „Blue Moon“ wurden kleine Diskrepanzen zwischen Voice-Over und Untertiteln in Dialogen korrigiert.
Ein weiteres, spezifisches Problem betrifft das französische Voice-Over, das in Teilen noch fehlt. Die Entwickler haben dies als bekannten Issue markiert und planen, es in einer zukünftigen Aktualisierung zu beheben.
Insgesamt stellt Patch 2.22 weniger ein Update mit neuen Inhalten dar, sondern vielmehr eine umfassende Wartungs- und Optimierungsoffensive. Mit Hunderten von spezifischen Korrekturen in den Bereichen Stabilität, Balance und Spielbarkeit zielt Bethesda darauf ab, das Fundament von Fallout 76 weiter zu festigen und langjährige Player-Irritationen zu beseitigen.