Intel hat auf der J.P. Morgan TMT Conference in Boston einen bedeutenden Meilenstein für seine Fertigungssparte bekannt gegeben. CEO Lip-Bu Tan bestätigte, dass der 14A-Knoten planmäßig im Jahr 2028 in die Risikoproduktion gehen wird, gefolgt von der Massenfertigung (High-Volume Manufacturing) im Jahr 2029. Damit untermauert der Konzern seine Ambitionen, im Foundryaaaa-Geschäft wieder auf Augenhöhe mit Marktführer TSMC zu konkurrieren.
Vom 18A-Knoten zur nächsten Fertigungsgeneration
Die Nachricht kommt nur wenige Monate, nachdem Intel mit der Auslieferung erster Chips auf dem hauseigenen 18A-Knoten begonnen hat. Sowohl die Panther-Lake- als auch die Wildcat-Lake-Prozessoren nutzen diese Technologie und markieren den lang erwarteten Neustart der internen Fertigung. Der Start verlief holprig, doch die jüngsten Quartalszahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete die Foundry-Sparte einen Umsatz von 5,1 Milliarden USaaaaa-Dollar. Das Unternehmen scheint die Kurve gekriegt zu haben.
Der 14A-Knoten stellt die logische Weiterentwicklung dar und wird nicht nur für Intels eigene Produkte zum Einsatz kommen, sondern auch externen Kunden angeboten. Damit folgt Intel dem bewährten TSMC-Modell, bei dem die Fertigungskapazitäten für Drittanbieter geöffnet werden. Der Zeitplan ist ehrgeizig: Bis zum Erreichen des PDK-0.9-Stadiums müssen noch einige Entwicklungsschritte absolviert werden – derzeit liegt der Knoten bei PDK 0.5. Erst wenn PDK 0.9 erreicht ist, können Kunden ihre endgültigen Designs einreichen.
Tesla als strategischer Ankermieter und der Wettbewerb mit TSMC
Ein entscheidender Erfolg für Intels Foundry-Ambitionen ist die Gewinnung von Tesla als Großkunden. Der Elektroautopionier plant, den 14A-Knoten für sein Terafab-Projekt zu nutzen. Tan hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die Akquisition externer Kunden für das Unternehmen nahezu existenzielle Bedeutung habe. Mit Tesla an Bord und einem klaren Zeitplan für 14A scheint sich das Blatt gewendet zu haben.
Bemerkenswert ist die zeitliche Parallele zu TSMC: Auch der taiwanesische Wettbewerber plant, seinen A14-Knoten etwa zur selben Zeit in die Risikoproduktion zu bringen. Damit stehen sich die beiden Fertigungsriesen erstmals seit Jahrzehnten als direkte Konkurrenten gegenüber – eine Entwicklung, die Analysten mit Spannung verfolgen. Intel hatte über viele Jahre hinweg einen Großteil seiner eigenen Chips bei TSMC fertigen lassen, was die strategische Neuausrichtung umso bedeutsamer macht.
Die Langfrist-Roadmap: 10A und 7A bereits in Planung
Intel hat zudem bestätigt, dass die Knoten 10A und 7A offiziell in die Roadmap aufgenommen wurden. Zwar befinden sich beide Technologien noch in einem sehr frühen Konzeptionsstadium, und eine Vorserienproduktion ist erst nach Abschluss der 14A-Erprobung vorgesehen. Dennoch understreicht die frühe Bekanntgabe der langfristigen Planung Intels Strategie, Kunden frühzeitig Planungssicherheit zu geben. Viele Großabnehmer treffen Investitionsentscheidungen Jahre im Voraus und sind auf verlässliche Roadmaps angewiesen.
Der Schritt ist als klare Kampfansage an TSMC zu werten. Indem Intel seinen Fahrplan frühzeitig offenlegt, versucht der Konzern, Vertrauen aufzubauen und langfristige Partnerschaften zu schmieden. Erste Erfolge zeichnen sich ab: Berichten zufolge erwägt Apple, für seine kommende A21-Chip-Generation auf Intels Fertigung zurückzugreifen – ein Novum, das die Kräfteverhältnisse in der Branche nachhaltig verschieben könnte.
Fertigung als strategischer Hebel in der KI-Ära
Die Entwicklung fällt in eine Zeit, in der die Nachfrage nach leistungsfähigen Halbleitern durch den KI-Boom massiv ansteigt. Intels Foundry-Sparte profitiert davon zunehmend. Mit 5,1 Milliarden US-Dollar Umsatz im ersten Quartal 2026 hat die Sparte gezeigt, dass sie auch finanziell auf einem guten Weg ist. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Intel den Spagat zwischen interner Produktion und externem Foundry-Geschäft meistern kann.
Die Konkurrenz mit TSMC verspricht dabei nicht nur technologisch spannend zu werden, sondern auch strategisch: Intel muss beweisen, dass es nicht nur für die eigenen Prozessoren, sondern auch für Drittanbieter ein verlässlicher Fertigungspartner sein kann. Der 14A-Knoten wird dabei als erster echter Prüfstein dienen – und das Rennen mit TSMC um die Vorherrschaft in der Halbleiterfertigung neu definieren.