NVIDIA hat den GeForce Game Ready Driver 610.62 WHQL veröffentlicht. Der Treiber, der ab sofort zum Download bereitsteht, ist die zweite offizielle WHQL-Version des R610-Zweigs und folgt auf die Erstveröffentlichung 610.47 Ende Mai. In den drei Wochen seit dem ersten Release häuften sich Berichte über Stabilitätsprobleme und Darstellungsfehler, weshalb NVIDIA bereits am 8. Juni mit dem Hotfix 610.52 (ohne WHQL-Zertifizierung) reagierte. Der neue Treiber 610.62 vereint diese Hotfix-Korrekturen in einer formalen WHQL-Freigabe, erweitert die Game-Ready-Unterstützung um den Titel Empulse und bietet nun offiziell DLSS 4.5 Dynamic Multi Frame Generation. Die wichtigste Frage für Anwender lautet: Welche Fehler wurden endgültig behoben, und welche Probleme bestehen möglicherweise fort?
Neuerungen und behobene Spielefehler im Überblick
Der Treiber 610.62 adressiert mehrere spezifische Probleme, die unter Gamern für Frustration gesorgt hatten. Besonders hervorzuheben sind folgende Korrekturen:
- Apex Legends: Ein Fehler, der nach längerer Spielzeit zu bildweisen Darstellungsstörungen führte, wurde behoben.
- Multi-Monitor + V-Sync + DLSS Frame Generation: Die Stabilität in Konfigurationen mit mehreren Bildschirmen, aktiviertem V-Sync und DLSS Frame Generation wurde verbessert.
- Smooth Motion (2 Fehler): Sowohl die bei aktiviertem Smooth Motion in DirectX-11-Titeln aufgetretenen Ruckler und Geisterbilder als auch die Abstürze direkt nach dem Spielstart mit Smooth Motion wurden korrigiert. Diese beiden Probleme traten verstärkt mit Treiber 610.47 auf und wurden bereits im Hotfix 610.52 vorläufig behoben.
- DLSS-Einstellungen ausgegraut: Ein Fehler, bei dem nach einem Treiberupdate in einigen Spielen die DLSS-Optionen ausgegraut und nicht auswählbar waren, wurde beseitigt. Dies betraf unter anderem Crimson Desert und Skyrim-Mod-Umgebungen.
- World of Warcraft: Die allgemeine Stabilität wurde weiter verbessert.
Allgemeine Stabilitätskorrekturen in Treiber 610.62
Über die Spielespezifischen Fehler hinaus hat NVIDIA auch eine Reihe allgemeiner Probleme angegangen. Diese betrafen vor allem die Ada-Generation (RTX 4000 Serie) und die Display-Kommunikation:
- Ada-Generation + G-Sync: Bei aktiviertem G-Sync kam es an bestimmten Monitoren zu unregelmäßigem Frame-Pacing. Dieser in Foren vielfach gemeldete Fehler wurde nun offiziell korrigiert.
- Speicherallokation: Die Stabilität bei fehlgeschlagenen Speicheranforderungen wurde verbessert.
- EDID-Fehlerkennung: Ein Problem, bei dem die EDID einiger Monitore nicht korrekt gelesen wurde und diese fälschlicherweise als „NVIDIA NV-Failsafe“ erkannt wurden, gehört der Vergangenheit an.
- Schlafmodus-Wiederherstellung: Die Fehlerbehebung behebt auch das Problem, dass bestimmte Monitore nach dem Aufwachen aus dem Schlafmodus dunkel blieben.
Bekannte und weiterhin ungelöste Probleme des R610-Zweigs
Trotz der umfangreichen Korrekturen bleiben einige Probleme bestehen, deren Status mit der Veröffentlichung von 610.62 noch nicht abschließend geklärt ist. Da der Treiber erst heute veröffentlicht wurde, liegen noch keine ausführlichen Rückmeldungen aus der Community vor. Folgende Fehler wurden in den Vorgängerversionen 610.47 und 610.52 mehrfach in Foren wie Reddit, NeoGAF und dem NVIDIA-Forum gemeldet:
- nvlddmkm-Fehler 14 und 153: Auf Systemen mit RTX 5070 und ähnlicher Hardware kann es während der Browser-Nutzung zu einem plötzlichen Blackout des Monitors kommen. Die Windows-Ereignisanzeige zeigt dann die nvlddmkm-Fehler 14 und 153. Ein Rollback auf Treiber 596.49 soll das Problem beheben.
- Bildschirm schwarz bei 5K-Auflösung mit DSC: Besitzer eines Samsung ViewFinity S9 (5120×2880) berichten, dass bei nativer 5K@60Hz-Ausgabe über DisplayPort nur ein schwarzer Bildschirm erscheint. Dieses Problem tritt über mehrere Treiberversionen hinweg auf und wird vermutlich durch die DSC-Verarbeitung verursacht.
- Vollständiger DLSS-Ausfall: In einigen Fällen, etwa auf RTX 5060 Ti oder RTX 3060, führte Treiber 610.47 dazu, dass bei aktiviertem DLSS nur die UI zu sehen war, der Rest des Bildes jedoch schwarz blieb, oder die DLSS-Optionen ganz verschwanden.
- Fehlerhafte Einstellung „Maximale Leistung bevorzugen“: Die Option wird trotz Auswahl nicht korrekt angewendet. Dieser Fehler war bereits im offiziellen Open-Issue-Reporting von 610.47 enthalten und wurde auch in 610.52 nicht adressiert.
Welche Grafikkarten werden unterstützt?
Der GeForce Game Ready Driver 610.62 WHQL unterstützt eine breite Palette aktueller und älterer Grafikkarten. Dazu gehören die Desktop-Modelle der Serien GeForce RTX 50, RTX 40, RTX 30, RTX 20, die NVIDIA TITAN RTX sowie die GeForce GTX 16-Serie. Auch die entsprechenden Mobil-GPUs (inklusive GeForce MX450) werden versorgt.
Fazit und Empfehlung: Sollte man den Treiber installieren?
Der Treiber 610.62 fungiert als eine Art „Sammel-Update“ für den R610-Zweig. NVIDIA hat die drängendsten Probleme aus den ersten drei Wochen nach dem Start von 610.47 adressiert und die vorläufigen Hotfixes von 610.52 in eine zertifizierte WHQL-Version überführt. Für Anwender, die unter den beschriebenen Fehlern (etwa den Smooth-Motion-Problemen, G-Sync-Störungen oder dem DLSS-Ausgrauen) leiden, ist das Update eine klare Empfehlung.
Wer jedoch mit Treiber 596.49 oder einer anderen stabilen Version ohne Probleme arbeitet, sollte die anfängliche Feedback-Phase abwarten. Insbesondere die nicht bestätigten, aber schwerwiegenden Fehler wie der nvlddmkm-Crash oder der vollständige DLSS-Ausfall könnten auch in 610.62 noch vorhanden sein. Sollten nach der Installation Probleme auftreten, hat sich das Vorgehen bewährt: Ein Rollback auf 596.49 oder eine saubere Neuinstallation mit dem Display Driver Uninstaller (DDU) gelten in der Community als zuverlässige Workarounds.