A Starlit Darkness inszeniert Beziehungen düsterer als Cherry Magic

Yuu Toyotas neuer Manga A Starlit Darkness entführt in die düstere Welt der Taisho-Ära mit einer giftigen Beziehung zwischen zwei Schriftstellern.

A Starlit Darkness von Yuu Toyota erschienen bei Square Enix: ein historischer Thriller statt Romcom.
Highlights
  • Der Manga spielt im Japan der Taisho-Ära und folgt dem verschuldeten Schriftsteller Subaru Karasuma.
  • Geppo Yagira rettet Subaru das Leben, doch die Hilfe entwickelt sich zu einer Abhängigkeit mit tödlichen Folgen.
  • Der zweite Band von A Starlit Darkness erscheint am 15. September 2026 bei Square Enix.

Nach dem gewaltigen Erfolg von Cherry Magic: Thirty Years of Virginity Can Make You a Wizard, der Yuu Toyotas Manga sowohl eine Anime- als auch eine Live-Action-Adaption bescherte, richtet sich der Blick gespannt auf das nächste Werk der Mangaka. Dieses fällt jedoch überraschend anders aus. Square Enix hat Toyotas neue Serie A Starlit Darkness weltweit veröffentlicht, und der Tonfall sowie das Genre unterscheiden sich grundlegend von der Vorgänger-Romcom. Auch wenn der Manga eine intensive Beziehung zwischen zwei Hauptfiguren in den Mittelpunkt rückt, ist die Erzählung deutlich düsterer und spannungsgeladener als das, was man von Toyota bisher kannte.

Von der Romcom zum historischen Thriller: Der Tonwechsel in Yuu Toyotas neuem Werk

Wer nach der unbeschwerten Magie von Cherry Magic ein weiteres leichtherziges Liebesabenteuer erwartet, wird von A Starlit Darkness überrascht. Die Handlung spielt im Japan der Taisho-Ära und beginnt mit einer existenziellen Krise: Der verschuldete und am Ende seiner Kräfte angelangte Schriftsteller Subaru Karasuma sucht seinen Nachbarn auf, um einen geliehenen Kohleofen zurückzuholen. Dort trifft er nicht nur auf eine Gruppe von fünf Autoren, die an einem selbstverlegten Magazin arbeiten, sondern auch auf den bekannten und erfolgreichen Autor Geppo Yagira. Geppo erkennt sofort, dass Subaru den Ofen für einen Suizid durch Kohlenmonoxidvergiftung nutzen will – und bietet ihm stattdessen an, gegen Bezahlung einen Beitrag für die nächste Ausgabe zu schreiben. Er drängt ihn geradezu dazu, Teil des Kollektivs zu werden.

Was ist die Prämisse von „A Starlit Darkness“?

A Starlit Darkness erzählt die Geschichte von Subaru Karasuma, einem tief verschuldeten Schriftsteller, der in der Taisho-Ära Japans lebt und sich in einer depressiven Krise befindet. Der erfolgreiche Autor Geppo Yagira verhindert seinen Suizid und integriert ihn in eine Schriftstellergruppe. Was zunächst wie eine Rettung wirkt, entwickelt sich zu einer komplexen, teils bedrohlichen Beziehung, in der Hilfe und Abhängigkeit, Bewunderung und Neid eng miteinander verwoben sind. Der Manga erkundet die dunklen Seiten kreativer Rivalität und die psychologischen Abgründe zweier Männer, die denselben Weg gegangen sind, aber an völlig verschiedenen Punkten gelandet sind.

Eine giftige Mischung aus Neid und Abhängigkeit

Der eigentliche Kern der Erzählung ist die spannungsreiche Dynamik zwischen Subaru und Geppo. Geppo ist exakt der Typ Schriftsteller, der Subaru selbst einmal werden wollte: gleich alt, einst in denselben Magazinen veröffentlicht, aber während Subaru scheiterte und abstürzte, ist Geppo finanziell und gesellschaftlich erfolgreich. Der Neid, den Subaru empfindet, ist greifbar – und Geppo scheint ihm dennoch helfen zu wollen. Er bewahrt ihn vor dem Tod, gibt ihm Geld und einen Platz im Kollektiv. Doch jede Geste der Unterstützung legt mehr Gewicht auf Subarus Schultern. Was von außen betrachtet wie Wohltätigkeit wirkt, fühlt sich für den Protagonisten wie ein Pakt mit dem Teufel an. Der Manga zeigt meisterhaft, wie Hilfe zur Belastung werden kann, wenn der Empfänger sich in einer Position der Schwäche und Abhängigkeit befindet.

Wie unterscheidet sich „A Starlit Darkness“ von „Cherry Magic“?

Während Cherry Magic eine romantische Komödie mit übernatürlichem Twist war – der Protagonist erlangt die Fähigkeit, Gedanken zu lesen, wenn ihn jemand berührt –, ist A Starlit Darkness ein psychologisches Drama ohne fantastische Elemente. Der Ton ist ernst, die Atmosphäre bedrückend, und die Beziehung zwischen den Hauptfiguren ist von Misstrauen, Abhängigkeit und dunklen Emotionen geprägt, nicht von unbeschwerter Romantik. Beide Werke teilen zwar das Interesse an intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen, doch die Ausgestaltung könnte unterschiedlicher nicht sein.

Der Perspektivwechsel als erzählerischer Wendepunkt

Besonders stark wird A Starlit Darkness in den Kapiteln drei und vier. Bis dahin erlebt der Leser die Handlung ausschließlich aus Subarus Perspektive. Doch gegen Ende des ersten Bandes wechselt die Erzählung und gewährt Einblicke in Geppos Leben und Denkweise. Dieser Perspektivwechsel verleiht der gesamten Geschichte eine zusätzliche Wendung und etabliert eine neue Ebene der Komplexität. Plötzlich erscheinen vergangene Handlungen in einem anderen Licht, und die Dynamik zwischen den beiden Autoren wird noch vielschichtiger. Die Frage, wer hier eigentlich wen manipuliert oder rettet, bleibt bewusst offen und verspricht reichhaltiges Konfliktpotenzial für die Folgebände.

Ein vielversprechender Auftakt mit Raum für Entwicklung

Der erste Band von A Starlit Darkness legt das Fundament für eine tiefgründige und unheimliche Beziehungsgeschichte. Er konzentriert sich vor allem auf Subaru, deutet aber immer wieder an, wie sehr die beiden einander beeinflussen. Das Ende macht deutlich, dass der zweite Band stärker aus Geppos Sicht erzählt werden wird – eine vielversprechende Aussicht, die neue Enthüllungen und eine Verschiebung der Machtverhältnisse zwischen den Autoren erwarten lässt. Der Manga ist aktuell im Handel erhältlich. Square Enix wird den zweiten Band am 15. September 2026 veröffentlichen. Das Unternehmen zeichnete bereits für die Lokalisierung von Yuu Toyotas vorheriger Serie Cherry Magic: Thirty Years of Virginity Can Make You a Wizard verantwortlich.

Wer auf der Suche nach einer düsteren, psychologisch dichten Erzählung über die Abgründe kreativer Existenzen ist, wird in A Starlit Darkness fündig. Der Manga zeigt eine ganz andere Seite von Yuu Toyota – eine, die man nach dem Erfolg von Cherry Magic unbedingt im Auge behalten sollte.

Diesen Artikel teilen