MSI bringt RTX 5060 V1 mit größerem GB205-Blackwell-Chip

MSI stattet ausgewählte RTX 5060 Modelle mit dem größeren GB205-Chip aus und kennzeichnet sie als V1.

Die neuen RTX 5060 V1 von MSI nutzen den GB205-Chip, der ursprünglich für die RTX 5070 vorgesehen ist.
Highlights
  • Die MSI RTX 5060 V1 verwendet den größeren GB205-Chip anstelle des GB206, was sich durch ein neues Lochbild zeigt.
  • Der Chipwechsel dient der Kosteneffizienz: Fehlerhafte GB205-Dies werden für die RTX 5060 recycelt.
  • MSI ist ungewöhnlich transparent und kennzeichnet die neuen Modelle explizit mit dem Suffix V1.

MSI liefert ausgewählte Modelle seiner neuen GeForce RTX 5060 nun mit einem größeren Grafikchip aus. Die neu eingeführten RTX 5060 „V1“-Varianten setzen nicht wie die ursprünglichen Versionen auf den GB206-Die, sondern auf den leistungsfähigeren GB205-Chip, der eigentlich der GeForce RTX 5070 vorbehalten ist. Ein genauer Blick auf die Karten offenbart den Unterschied: Die Positionierung der Montagelöcher für den Kühler unterscheidet sich und entspricht jener der RTX-5070-Modelle – ein klares Indiz für den verbauten Chip.

Wie unterscheiden sich GB205 und GB206 physisch?

Der Wechsel des Grafikprozessors ist nicht nur eine interne Änderung, sondern schlägt sich auch im äußeren Erscheinungsbild nieder. Der ursprünglich in der RTX 5060 verbaute GB206-Die hat eine quadratische Form, was sich auch in der Anordnung der umliegenden Befestigungspunkte widerspiegelt. Der GB205-Die hingegen, wie er in der RTX 5070 zum Einsatz kommt, hat eine rechteckige Bauform. Diese physische Abweichung macht sich durch ein anderes Lochbild auf der Platine bemerkbar, wie die von Uniko’s Hardware auf X geteilten Bilder zeigen. Dies ermöglicht eine einfache visuelle Identifikation der neuen V1-Karten, ohne dass man das BIOS studieren müsste.

Warum setzt NVIDIA auf unterschiedliche Dies für dieselbe Grafikkarte?

Die Verwendung verschiedener Chip-Varianten für ein und dasselbe Grafikkartenmodell ist in der Industrie ein gängiges Verfahren, das primär der Kosteneffizienz dient. Große Wafer mit Hunderten von Chips weisen fast immer Fertigungsdefekte auf. Ein GB205-Die, der für die RTX 5070 mit 6.400 CUDA-Kernen vorgesehen ist, kann beispielsweise Defekte aufweisen, die ihn für den Einsatz in der RTX 5070 unbrauchbar machen. Sind aber beispielsweise „nur“ 2.560 der Recheneinheiten betroffen, kann der Chip dennoch für eine RTX 5060 verwendet werden – sofern die fehlerhaften Einheiten und ein Teil des Speicherinterfaces deaktiviert werden.

Genau das passiert bei den neuen MSI RTX 5060 V1. NVIDIA deaktiviert auf dem GB205-Chip so viele CUDA-Kerne und Speichercontroller, bis die spezifikationsgemäßen 3.840 CUDA-Kerne und der 128-Bit-Speicherbus der RTX 5060 erreicht sind. Leistungstechnisch sind die V1-Karten daher mit den ursprünglichen GB206-Modellen identisch. Der Vorteil für NVIDIA und seine Partner liegt auf der Hand: Anstatt einen fehlerhaften und teuren Chip zu verschrotten, kann er gewinnbringend in einem günstigeren Produkt verkauft werden.

Welche konkreten Unterschiede gibt es zwischen V0 und V1?

Abgesehen vom geänderten Die und dem daraus resultierenden neuen Lochbild sind die Differenzen marginal. MSI hat die V1-Modelle mit eigenen Produktbezeichnungen versehen, was für den Markt eher ungewöhnlich ist. Normalerweise tauschen Boardpartner den Die still und heimlich aus, ohne den Modellnamen zu ändern. Bei den neuen MSI-Karten gibt es jedoch leichte Abweichungen bei der Leistungsaufnahme und den Taktraten. So liegt die Boost-Frequenz der RTX 5060 V1 Gaming um 38 MHz höher oder niedriger als bei der regulären RTX 5060 Gaming, je nach Modell. Auch die TDP (Thermal Design Power) weicht um bis zu 5 Watt ab. Ein weiteres untrügliches Zeichen für den neuen Chip ist das Gewicht: Die V1-Karten sind allesamt einige Gramm schwerer als ihre Vorgänger, was vermutlich auf eine anders gestaltete Kühlplatte oder eine angepasste Backplate zurückzuführen ist, die der rechteckigen Form des Chips Rechnung trägt.

Wie erkenne ich eine MSI RTX 5060 V1 im Handel?

Für Anwender, die genau wissen möchten, welches Modell sie erwerben, lohnt ein genauer Blick auf die Produktbezeichnung. MSI hat die neuen Karten explizit mit dem Suffix „V1“ versehen. Dies unterscheidet sie klar von den ursprünglichen „V0“-Modellen, die mit dem GB206-Chip arbeiten. Die veränderte Position der Montagelöcher ist zwar ein technisch sicheres Indiz, aber für den Käufer im Online-Handel kaum überprüfbar. Daher ist die Modellnummer der primäre Anhaltspunkt. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte beim Händler nachfragen oder gezielt nach den Listen mit den V1-Seriennummern suchen, die in Foren wie dem von Uniko’s Hardware geteilt werden.

Die strategische Entscheidung von MSI, die Umstellung auf den GB205-Chip durch eine neue Bezeichnung transparent zu machen, ist ein bemerkenswerter Schritt in einer Branche, die solche Änderungen oft im Verborgenen vornimmt. Sie gibt dem Endkunden die Möglichkeit, genau das Produkt zu wählen, das er haben möchte – oder schafft zumindest Klarheit darüber, was sich im Inneren der Karte befindet. Ob dies zu einer besseren Verfügbarkeit oder gar einem veränderten Preisgefüge führt, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass die neue Revision ein Paradebeispiel dafür ist, wie eng Fertigungseffizienz und Produktdiversifizierung in der modernen Halbleiterindustrie miteinander verwoben sind.

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