NVIDIA hat am 25. August 2026 den Startschuss für DLSS 4.5 Ray Reconstruction gegeben. Die neueste Version der KI-gestützten Raytracing-Nachverarbeitung steht ab sofort für alle GeForce RTX-Grafikkarten bereit – von der RTX-20-Serie bis hin zur aktuellen RTX-50-Generation. Das Besondere daran: Die Bildqualität steigt spürbar, während die Leistung auf dem Niveau des Vorgängers bleibt. Insgesamt 30 Spiele profitieren zum Launch von der neuen Technologie, die über die NVIDIA-App aktiviert wird.
Raytracing-Rauschen ade: Wie DLSS 4.5 Ray Reconstruction funktioniert
Raytracing berechnet das Verhalten von Licht physikalisch korrekt und erzeugt dadurch realistische Reflexionen und Schatten. Da es jedoch unmöglich ist, für jedes einzelne Pixel hunderte von Lichtstrahlen zu berechnen, wird in der Praxis nur eine Teilmenge abgetastet. Das Ergebnis sind verrauschte Rohdaten, die nachträglich geglättet werden müssen. Bislang übernahmen das fest integrierte, manuell abgestimmte Denoising-Filter in der Spielengine.
Mit DLSS 3.5 führte NVIDIA 2023 die Ray Reconstruction ein – ein KI-Modell, das diesen manuellen Prozess komplett ersetzt. Es analysiert die zeitlichen und räumlichen Informationen der Engine und rekonstruiert fehlende Pixel in Echtzeit. Die neue DLSS 4.5-Version setzt nun auf einen Second-Generation Transformer, der bereits auf der Computex 2026 angekündigt wurde und pünktlich zur gamescom 2026 erscheint.

35 Prozent mehr Rechenleistung, 20 Prozent mehr Parameter – bei gleicher Performance
Die technischen Verbesserungen sind beeindruckend. Das neue Modell bietet eine 35 Prozent höhere Rechenkapazität und verarbeitet 20 Prozent mehr Parameter als sein Vorgänger. Trotz dieser deutlich gesteigerten Komplexität bleibt die Ausführungsgeschwindigkeit laut NVIDIA auf dem gleichen Niveau – ein entscheidender Vorteil für die Spielbarkeit.
Gleichzeitig profitiert die DLSS 4.5 Super Resolution von den Verbesserungen aus dem Januar-Update. Das KI-Modell nutzt die Pixel-Sampling- und Bewegungsdaten der Engine nun präziser und sorgt für eine höhere Lichteffizienz, temporale Stabilität und schärfere Bewegungsdarstellung – sowohl bei Raytracing- als auch bei traditionellen Raster-Szenen. Ermöglicht wird dies durch ein massiv erweitertes Trainingsdatenset, das auf Blackwell-basierten Rechenzentren mit Bewegungs-, Geometrie- und Disokklusionsmustern (dem plötzlichen Auftauchen verdeckter Bereiche) trainiert wurde. Entwickler erhalten zudem feinere Kontrollmöglichkeiten über die temporale Akkumulation, was das titelspezifische Fine-Tuning der Bildqualität erheblich erleichtert.
Was sich in der Praxis ändert: Konkrete Beispiele aus aktuellen Spielen
Mehrere Medien haben die neue Technologie auf verschiedenen Grafikkarten getestet. Die einhellige Meinung: Die Leistung bleibt nahezu unbeeinflusst (Abweichungen im Bereich von plus/minus drei Bildern pro Sekunde), während die optischen Verbesserungen deutlich sichtbar sind.
- RE Engine-Titel (Capcom): Deutlich verbesserte Reflexionsqualität und weniger Bildfehler.
- PRAGMATA: Störende Geisterbilder (Ghosting) hinter Laserstrahlen sind nahezu verschwunden. Der Laser wirkt nun, als würde er in Echtzeit leuchten.
- DOOM: The Dark Ages (id Tech 8): Das lästige Boiling-Artfakt (flimmernde Oberflächen) wurde eliminiert, Partikeleffekte bleiben länger sichtbar und stabil.
- Cyberpunk 2077: Gleichmäßigere Lichtstreuung, bessere Lesbarkeit von Texturen im Fahrzeuginnenraum und klarere Reflexionen von Neonreklamen.
NVIDIA selbst hebt zudem die Beseitigung von Schnee-Ghosting in Indiana Jones and the Great Circle und die verbesserte statische Rauschunterdrückung bei CRT-Fernsehern in Alan Wake 2 hervor.
Aktivierung: NVIDIA-App als zentrale Schaltstelle
Voraussetzung für die Nutzung ist der Game-Ready-Treiber 580.88 WHQL oder neuer sowie die aktuellste Version der NVIDIA-App. Derzeit ist die Funktion im Early-Access-Kanal der App verfügbar; der offizielle Release ist für September geplant.
So wird es eingerichtet:
- NVIDIA-App öffnen und unter „Einstellungen“ > „Details“ den Early-Access-Release aktivieren.
- Unter dem Reiter „Grafiken“ das gewünschte Spiel auswählen (oder über „Globale Einstellungen“ für alle kompatiblen Titel aktivieren).
- Im Dropdown-Menü „DLSS Override – Modellvorlage“ die Option „Benutzerdefiniert“ wählen.
- Im Untermenü „Ray Reconstruction“ die Option „Bevorzugt“ oder „Preset F“ auswählen und anwenden.
Preset D steht dabei für das bisherige DLSS 4 Ray Reconstruction-Modell, während Preset F das neue, verbesserte Modell repräsentiert. Ob Preset F aktiv ist, lässt sich in der NVIDIA-Overlay-Anzeige überprüfen.
30 Spiele zum Start, RTX 20 und aufwärts inkludiert
Zum Release können 30 Spiele über die NVIDIA-App mit dem neuen Modell versorgt werden. Darunter befinden sich die wichtigsten Raytracing-Titel wie Alan Wake 2, Avatar: Frontiers of Pandora, Cyberpunk 2077, DOOM: The Dark Ages, Hogwarts Legacy, Marvel’s Spider-Man 2 und Star Wars Outlaws. Weitere Spiele werden durch offizielle Patches der Entwickler folgen.
Der wichtigste Punkt für die Nutzerbasis: Alle GeForce-RTX-Grafikkarten ab der Serie 20 werden unterstützt. Besitzer einer RTX 2060 oder RTX 3060 müssen also keine neue Hardware kaufen, um von der verbesserten Bildqualität zu profitieren. Das Update kommt ohne zusätzliche Kosten.
DLSS 4.5 ist komplett: Drei Meilensteine in einem Jahr
Mit der Veröffentlichung der Ray Reconstruction ist der Funktionsumfang von DLSS 4.5 vollständig. Nach der Super Resolution im Januar und dem Dynamic Multi Frame Generation im März schließt dieses Update nun den letzten Kreis. Ray Reconstruction ist keine spektakuläre Funktion im Sinne von verdoppelten Bildraten. Sie wirkt im Hintergrund und eliminiert das Rauschen, das Raytracing unweigerlich erzeugt. Dass diese Verbesserung ohne Leistungseinbußen auf praktisch jede RTX-Generation heruntergereicht wird, macht diesen Launch zu einem der wertvollsten Updates für die gesamte GeForce-Community. Die KI-gestützte Nachbearbeitung ist kein Hype, sondern das Fundament moderner Raytracing-Qualität – und dieses Fundament wird jetzt für alle gelegt.