Der Epic Games Store ist ab sofort im japanischen App Store verfügbar. Der Start markiert einen weiteren Sieg für Regulierungsbehörden gegenüber Apple, wird jedoch durch umstrittene Nutzungsbedingungen und technische Hürden getrübt.
Japan’s Mobile Software Competition Act erzwingt Öffnung
Grundlage für den Store-Start ist das im Dezember 2025 in Kraft getretene japanische Gesetz zur Förderung des Wettbewerbs im Mobilsoftwaresektor (Mobile Software Competition Act, MSCA). Es ähnelt in seinen Kernforderungen dem europäischen Digital Markets Act (DMA) und verpflichtet Plattformbetreiber wie Apple, alternative App Stores und Zahlungsoptionen auf ihren Geräten zuzulassen. Damit folgt Japan einem globalen Trend, der Gatekeeper-Monopole aufbrechen will.
Beschränktes Angebot durch Apples Core Technology Commission
Auf den ersten Blick ein Erfolg, offenbart der Launch in Japan jedoch massive Reibungsverluste. Der Epic Games Store startet ausschließlich mit Eigenpublikationen des Unternehmens, darunter Fortnite und Rocket League Sideswipe. Apps von Drittanbietern sucht man vergeblich. Epic Games begründet diese Entscheidung mit Apples umstrittenen Geschäftsbedingungen. Trotz der gesetzlichen Öffnung erhebt Apple eine sogenannte Core Technology Commission in Höhe von 5% auf Transaktionen aus Apps, die über konkurrierende Stores vertrieben werden. Zudem müssen Entwickler diese Transaktionen selbst tracken und an Apple berichten.
Diese Kombination aus Gebühren und administrativem Aufwand schaffe Verwirrung und zusätzliche Kosten, die Entwickler effektiv davon abhielten, ihre Apps in alternativen Stores anzubieten, so Epic. Die Maßnahmen untergraben laut Analysen von Overcentral direkt die gesetzgeberische Absicht, einen funktionierenden Wettbewerb zu ermöglichen, und halten den Status Quo mit Apple als kostspieligem Mittelsmann aufrecht.
| Markt | Rechtsgrundlage | Store-Start | Kritische Apple-Bedingung |
|---|---|---|---|
| Europäische Union | Digital Markets Act (DMA) | Mai 2025 | Core Technology Fee (CTF) |
| Japan | Mobile Software Competition Act (MSCA) | Dezember 2025 | Core Technology Commission (5%) |
| USA | Gerichtsurteil (Epic vs. Apple) | Wiederaufnahme 2025 | Keine Gebühren für externe Links |
Neunstufiger Installationsprozess als Benutzerbarriere
Neben den finanziellen Hürden kritisiert Epic Games technische Friktionen. Für die Installation des Epic Games Stores in Japan verlangt Apple einen neunstufigen Prozess, der Warnungen und Bestätigungen beinhaltet. Solche mehrstufigen Installationen, die ausschließlich für konkurrierende Stores gelten, stellen eine erhebliche Nutzerbarriere dar. Die Erfahrung aus der EU untermauert dies: Dort reduzierte Apple den ursprünglich 15-stufigen Prozess auf sechs Schritte nach Druck der Regulierungsbehörden. Diese Verkürzung führte laut Epic zu einem Rückgang der Installationsabbrüche um 60%. Der neunstufige Prozess in Japan stellt somit einen Rückschritt dar und dient laut Branchenkennern als abschreckendes „Nudging“.
Globaler Kontext: Der jahrelange Kampf um offene Plattformen
Der japanische Markteintritt ist ein Kapitel im mehrjährigen, globalen Rechtsstreit zwischen Epic Games und Apple. Er begann 2020, als Apple Fortnite aus dem App Store entfernte, weil Epic eine direkte Zahlungsoption umging die Plattformgebühren implementiert hatte. Seitdem hat Epic auf mehreren juristischen Schauplätzen Druck aufgebaut. Mit Erfolg: Nach einem US-Gerichtsurteil, das es Apple untersagte, Gebühren auf außerhalb des App Stores getätigte Käufe zu erheben, kehrte der Epic Games Store auch in den USA zurück. In der EU ermöglichte der DMA den Launch im Mai 2025.
Epic kündigte an, weiter mit den japanischen Aufsichtsbehörden zusammenzuarbeiten, um diese als wettbewerbswidrig eingestuften Praktiken zu beenden. Das Unternehmen rief die Japan Fair Trade Commission auf, das Gesetz rigoros durchzusetzen und Apples „illegale Gebühren und Hindernisse“ zu verbieten. Die Entwicklung in Japan zeigt, dass gesetzliche Öffnungen allein nicht ausreichen – ihre konkrete, nutzerfreundliche und kosteneffiziente Umsetzung ist der nächste kritische Kampf für Entwickler und Verbraucher.