RX 9070 XT: Rekordtief in Japan, UK-Preise nahe UVP

Von Tech Central - Redaktion für Technik & IT

Der Markt für AMDs Flaggschiff RX 9070 XT zeigt endlich Bewegung nach unten. Nach einem schwierigen Start und monatelangen Preisproblemen nähern sich die Straßenpreise in Großbritannien der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP), während in Japan neue Tiefststände erreicht werden. Grund dafür ist eine spürbar schwächere Nachfrage im DIY-PC-Segment, die den üblichen Aufschlag vieler Händlerkorrigiert.

UK: Triple-Fan-Modelle nähern sich der UVP

Besonders im Vereinigten Königreich ist der Preisverfall deutlich sichtbar. Britische Händler wie Overclockers UK listen ausgewählte Triple-Fan-Varianten von ASUS, XFX und PowerColor für 599,99 Pfund inklusive Mehrwertsteuer. Dieser Preis liegt nur rund 5 Prozent über AMDs offizieller UVP von 569 Pfund. Gemessen an den oft deutlich höheren Aufschlägen der vergangenen Monate ist dies eine spürbare Entspannung, auch wenn es sich weiterhin um die Ausnahme handelt. Die Mehrheit der Premium-Modelle von Boardpartnern notiert weiterhin jenseits der 700-Pfund-Marke.

Japan: Rekordtief unter 90.000 Yen

Noch deutlicher fällt der Preisrutsch in Japan aus. Wie aktuelle Daten zeigen, sind zwei Varianten der RX 9070 XT von Sapphire und ASRock auf ein neues Rekordtief von 87.800 Yen gefallen, was umgerechnet etwa 550 US-Dollar entspricht. Dies bedeutet einen Rückgang von fast 22 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Einführungspreis, der bei 112.980 Yen lag. Die japanischen Preise unterbieten damit sogar die US-amerikanische UVP von 599 Dollar deutlich. Dass solche Angebote zustande kommen, obwohl die Komponentenpreise – allen voran DRAM – global steigen, unterstreicht die Dringlichkeit des Abverkaufs.

Preisverfall trotz steigender Kosten: Ein Zeichen schwacher Nachfrage

Die aktuellen Rabatte sind bemerkenswert, weil sie gegen den allgemeinen Trend im PC-Sektor stehen. Während die Kosten für viele Komponenten, angetrieben durch die enorme Nachfrage aus KI-Rechenzentren, steigen, fallen die Preise für die RX 9070 XT. Dies deutet darauf hin, dass das Angebot an diesen spezifischen Consumer-GPUs die Nachfrage deutlich übersteigt. Händler reagieren auf die Kaufzurückhaltung der Endkunden, die angesichts hoher Gesamtsystemkosten – etwa für teuren Arbeitsspeicher – nur zögernd in neue Rigs investieren. Es handelt sich hierbei also nicht um eine generelle Preissenkung von AMD selbst, sondern um gezielte, vom Einzelhandel getragene Aktionspreise. Ähnliche Entwicklungen wurden zuvor bereits in China beobachtet. In den USA liegt der Durchschnittspreis der Karte laut PCPartPicker weiterhin nahe 900 Dollar, doch Einsteigermodelle sind bereits für rund 700 Dollar zu haben.

Der Kontrast zur Konkurrenz: Nvidia RTX 50-Serie unter Druck

Die Preisdynamik bei AMD steht in auffälligem Kontrast zur aktuellen Situation bei Nvidias RTX 50aa-Serie (Blackwell). Diese kämpfte nach einem holprigen Start mit Treiberproblemen, konnte die Preise aber zunächst stabilisieren. Der anschließende DRAM-Schock traf die Serie jedoch massiv und trieb selbst die Kosten für Einsteigermodelle nach oben. Heute wird nahezu jede Karte der Blackwell-Familie zu einem deutlichen Aufpreis gegenüber der UVP gehandelt. Während Nvidia unter Lieferengpässen leidet, kämpft AMD offenbar mit einem Überschuss, was den Preisverfall der RX 9070 XT in ausgewählten Regionen erklärt.

Für Käufer bedeutet dies: Die Zeiten der extrem überhöhten Preise für die RX 9070 XT scheinen vorerst vorbei. Wer ein Schnäppchen sucht, sollte besonders die Angebote in Japan und Großbritannien im Auge behalten, auch wenn die Verfügbarkeit der günstigen Modelle regional stark schwanken dürfte. Die nächsten Monate werden zeigen, ob dieser Trend anhält oder ob AMD mit neuen Produkten oder einer offiziellen Preisanpassung gegensteuert.

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