Mit „Donkey Kong Bananza“ hat Nintendo für die Switch 2 ein Spiel abgeliefert, das die Messlatte für Jump ’n‘ Runs in dieser Generation neu setzt. Nach den ersten intensiven Spielstunden zeichnet sich ab: Der Titel ist weit mehr als ein weiterer Affen-Ausflug – er ist eine mutige Neuinterpretation des Franchise, die auf allen Ebenen überzeugt. Wo „Tropical Freeze“ für viele noch enttäuschte, liefert „Bananza“ eine Erfahrung, die sowohl langjährige Fans als auch Neueinsteiger gleichermaßen in ihren Bann zieht.
Ein Gefühl, das unter die Haut geht
Es braucht nur eine Viertelstunde, um zu verstehen, warum „Donkey Kong Bananza“ zu den besten Titeln auf der Switch 2 zählen wird. Nicht die beeindruckende Zerstörungsmechanik allein macht den Reiz aus – obwohl das Durchbrechen von Umgebungen auf so befreiende Weise inszeniert ist, dass man kaum genug davon bekommt. Es sind die Details, die Atmosphäre und eine akribische Liebe zur Inszenierung, die das Spiel von anderen Plattformern abheben. Die Modelle, die Umgebungen und das Leveldesign sind nicht nur schön anzuschauen, sie erzählen eine Geschichte. Und dann ist da noch Jenny Kidds sanfte, verträumte Stimme für Pauline, die man sich einfach nicht entgehen lassen möchte. Man überspringt ihre Dialoge nicht – man lauscht.
Mehr als nur Bananen und Fässer
Der Wohlfühlfaktor ist Programm. Die Entwickler haben ganz bewusst darauf geachtet, dass jeder Moment zelebriert wird. Das klimpernde Geräusch des Goldes, wenn man eine Herausforderung abschließt, kann man nicht überspringen. Es ist ein kleiner, aber feiner Genussmoment. Sogar die Secret Areas sind so designt, dass sie den Spieler auf den höchsten Punkt einer Karte katapultieren, nur damit er die Aussicht genießen kann. Auf der Switch 2 sieht das Ganze nicht nur fantastisch aus, die Outfits und Skins bieten darüber hinaus Statuseffekte, die in verschiedenen Welten taktische Vorteile verschaffen. Bananza ist ein Fest für die Sinne – ein Spiel, das zum Verweilen einlädt, nicht zum Durchhetzen.
Hommage an die eigene Geschichte
Die Vergangenheit ist nicht vergessen. „Donkey Kong Bananza“ ist eine liebevolle Hommage an die gesamte Serie. Die Musik zitiert Klassiker aus früheren Teilen und ergänzt sie um einen eigenen, kraftvollen Soundtrack. In den Bonus-Stages wird es sogar nostalgisch: Hier wechselt das Spiel in den 2D-Seiten-Scroll-Modus und erinnert an die legendären „Donkey Kong Country“-Tage. Und natürlich ist auch Cranky Kong wieder mit von der Partie, der in jeder Welt auftaucht, um DK ordentlich die Meinung zu geigen. Dieser Respekt vor der eigenen Historie gepaart mit modernem Design ist eine seltene Kombination, die hier hervorragend gelingt.
Was ist die Kernmechanik von Donkey Kong Bananza?
Die Kernmechanik von „Donkey Kong Bananza“ ist die Zerstörung der Umgebung – aber nicht als Selbstzweck. Während der ersten Welt mag der Eindruck entstehen, es gehe nur ums Draufhauen, entpuppt sich die Zerstörung bereits in der zweiten und dritten Welt als strategisches Mittel. Der Spieler entscheidet bewusst, was er kaputt macht, um Rätsel zu lösen oder versteckte Pfade zu öffnen. Das Spiel belohnt also nicht blinde Wut, sondern kluge Entscheidungen – auch wenn es immer die Option gibt, einfach aus Spaß alles kurz und klein zu schlagen.
Die ersten Stunden mit „Donkey Kong Bananza“ sind eine einzige Freude. Das Spielgefühl ist dicht, die Welt lädt zum Erkunden ein, und die Motivation, weiterzumachen, ist enorm. Jetzt heißt es nur noch: abtauchen in die Unterwelt und die nächsten 700 Bananadium-Edelsteine aufspüren. Wer die Switch 2 besitzt, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Es ist der Startschuss für eine neue Ära des Plattform-Genres.