Paramount Games Studio vereint alle Spieleentwickler unter einem Dach

Paramount Global bündelt seine gesamte Videospielentwicklung im neu gegründeten Paramount Games Studio und setzt Spiele als zentrale Säule der Content-Strategie.

Das Paramount Games Studio vereint alle Entwicklerteams von Paramount und Skydance unter einer Leitung.
Highlights
  • Paramount Games Studio fasst sämtliche Spieleentwicklung von Paramount und Skydance zusammen.
  • Die Führungsspitze besteht aus Branchenveteranen wie Tony Driscoll und Dan Prigg.
  • Zwei Spiele wurden angekündigt: TMNT: The Last Ronin und Avatar Legends: The Fighting Game.

Paramount Global bündelt seine gesamte Videospielentwicklung in einer neu geschaffenen Einheit: dem Paramount Games Studio. Der Konzern will Spiele künftig nicht mehr als Nebenprodukt, sondern als gleichberechtigte Säule der Content-Strategie neben Film, Fernsehen und Streaming etablieren. Mit diesem Schritt reagiert der Medienkonzern auf die wachsende Bedeutung interaktiver Unterhaltung und schafft eine schlagkräftige Organisation, die alle bisherigen Entwicklerstudios unter einem Dach vereint.

Ein neuer strategischer Fokus: Spiele als Kern der Markenstrategie

Das Paramount Games Studio versteht sich als „vereinigtes Spielestudio“ und fasst sämtliche Gaming-Aktivitäten von Paramount und Skydance zusammen. Dazu gehören unter anderem Skydance Interactive und Skydance New Media. Die Botschaft ist klar: Spiele sollen nicht länger ein bloßes Lizenzgeschäft sein, sondern aktiv zur Markenbildung und Fanbindung beitragen. Tony Driscoll, Präsident des neuen Studios, bringt es in einer Stellungnahme auf den Punkt: „Dieser Start einer eigenen Division markiert eine bedeutende Weiterentwicklung unseres Denkens über Spiele. Wir betrachten sie nicht als Erweiterung unseres Geschäfts, sondern als zentralen Pfeiler unserer Content-Strategie.“

Das Studio verfolgt einen breiten Ansatz: Von Gelegenheitsspielen bis hin zu Triple-A-Titeln soll für jeden Spielertyp das passende Angebot geschaffen werden. Dabei setzt man auf die bekannten Marken des Hauses, aber auch auf völlig neue, eigene Welten. Das Ziel ist es, langlebige Spielerlebnisse zu schaffen, die die Bindung der Fans an die jeweilige Marke vertiefen und langfristiges Wachstum sichern.

Erfahrenes Führungsteam mit Branchenexpertise

Um diese ambitionierten Pläne umzusetzen, hat Paramount ein hochkarätiges Führungsteam zusammengestellt. An der Spitze steht Präsident Tony Driscoll, der zuvor Führungspositionen bei Epic Games und Warner Bros. innehatte. Ihm zur Seite steht Dan Prigg als Executive Vice President und Head of Games, der Erfahrungen von Discovery und Scopely mitbringt. Die weiteren Schlüsselpositionen sind mit namhaften Branchenveteranen besetzt: Shawn Kittelsen als Senior VP und Head of Creative & Production, Andrea Silvers als Senior VP für Marketing und Kommunikation, Kara Bilkiss als Senior VP für Business Development & Licensing sowie Ray Davis als Senior VP of Engineering.

Diese personelle Aufstellung zeigt, dass Paramount nicht nur eine organisatorische Umstrukturierung vornimmt, sondern gezielt Führungskräfte mit tiefgreifender Erfahrung in der Spieleentwicklung, im Publishing und im Lizenzgeschäft an Bord holt. Die Kombination aus Studio-Erfahrung (Driscoll bei Epic), Publisher-Know-how (Prigg bei Scopely) und langjähriger Markenarbeit (Bilkiss im Bereich Licensing) spricht für einen durchdachten, strategischen Ansatz.

Zwei Spieleankündigungen als erster Meilenstein

Parallel zur Studio-Gründung hat Paramount auch gleich zwei neue Spiele vorgestellt, die das Potenzial der neuen Struktur unterstreichen sollen. Zum einen handelt es sich um Teenage Mutant Ninja Turtles: The Last Ronin, ein Triple-A-Action-Adventure, das von Platinum Games entwickelt wird. Das Studio ist bekannt für actiongeladene Titel wie die Bayonetta-Reihe und NieR:Automata. Die Ankündigung eines düsteren, erwachseneren TMNT-Spiels auf Basis der gefeierten Comicvorlage verspricht eine interessante Interpretation der populären Marke.

Das zweite angekündigte Spiel ist Avatar Legends: The Fighting Game, das in Zusammenarbeit mit Nickelodeon Animation Studios entwickelt wird. Damit greift Paramount die Renaissance des Kampfspielgenres auf und nutzt die große Beliebtheit der Avatar-Franchise. Die Wahl eines Kampfspiels ist klug, da dieses Genre eine treue Fangemeinde hat und sich hervorragend für wettbewerbsorientierte, aber auch zugängliche Spielerlebnisse eignet.

Welche Vorteile hat die Zusammenlegung aller Studios?

Die Bündelung der Entwicklerteams unter dem Dach des Paramount Games Studio bringt mehrere strategische Vorteile mit sich. Entwickler können künftig enger zusammenarbeiten, Technologien und Best Practices teilen und Ressourcen effizienter einsetzen. Dadurch lassen sich Produktionszyklen verkürzen und die Qualität der Spiele steigern. Zudem wird die Vermarktung vereinheitlicht: Eine starke, zentrale Marke kann die Sichtbarkeit im hart umkämpften Spielemarkt erhöhen und Partnerschaften mit Plattformbetreibern wie Sony, Microsoft oder Nintendo erleichtern.

Eine Branche im Wandel: Spiele als Wachstumstreiber für Medienkonzerne

Paramounts Schritt ist kein Einzelfall, sondern Teil eines übergreifenden Trends. Immer mehr traditionelle Medienunternehmen entdecken Spiele als zentrales Geschäftsfeld, um jüngere Zielgruppen zu erreichen und neue Umsatzquellen zu erschließen. Netflix investiert massiv in sein Gaming-Angebot, Disney lizenziert seine Marken an erfolgreiche Entwickler und Warner Bros. betreibt bereits mehrere eigene Studios. Mit dem Paramount Games Studio positioniert sich der Konzern nun ebenfalls als ernstzunehmender Player im Spielemarkt. Der Erfolg dieser Strategie wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, die angekündigten und zukünftigen Titel so zu entwickeln, dass sie sowohl Fans der Marken als auch neue Spieler überzeugen. Der Grundstein mit einer schlagkräftigen Organisation und einem erfahrenen Führungsteam ist jedenfalls gelegt.

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