NBA The Run Test: Chaotisches Arcade-Basketball für zwanglose Runden

NBA The Run katapultiert Basketball-Superstars auf die Ascheplätze und liefert chaotischen Arcade-Spaß für zwanglose Runden.

NBA The Run setzt auf zugängliche Mechaniken der 90er Jahre und bietet ein erfrischendes Arcade-Erlebnis abseits der Simulation.
Highlights
  • NBA The Run ist ohne ein einziges Tutorial verständlich und eignet sich perfekt als Partyspiel für alle Erfahrungsstufen.
  • Zufällige Wertungssysteme in jeder Runde zwingen zur ständigen Taktikanpassung und sorgen für abwechslungsreiche Matches.
  • Fiktive Streetball-Legenden sind den echten NBA-Stars statistisch weit überlegen, was eingefleischte Fans stören könnte.

NBA The Run ist ein Spiel, das sich nicht entschuldigt. Es ist laut, es ist schnell, und es ist vor allem eines: chaotisch. Während die aktuellen NBA-Simulationen Jahr für Jahr um noch mehr Realismus ringen, geht der neue Arcade-Titel von Play by Play Studios den entgegengesetzten Weg und katapultiert die Superstars der Liga zurück auf die Ascheplätze dieser Welt. Das Ergebnis ist ein Basketballspiel, das bewusst auf die kruden, aber ungemein süchtig machenden Mechaniken der 90er- und frühen 2000er-Jahre setzt. Für alle, die nach einer Runde NBA 2K oder EA Sports WNBA (sofern es denn eine gäbe) eine Pause vom Simulations-Ehrgeiz brauchen, ist NBA The Run eine überraschend willkommene Abwechslung – auch wenn es Puristen mit seinem Hang zum Ungleichgewicht schnell vergraulen könnte.

NBA The Run: Vom ersten Moment an verständlich – und doch nicht ganz ausbalanciert

Die wohl größte Stärke des Spiels ist seine Zugänglichkeit. Nach dem Start erwartet den Spieler keine überladene Menülandschaft, sondern schlicht und ergreifort der Play-Button. Diese Konzentration auf das Wesentliche ist wohltuend. Ohne ein einziges Tutorial stürzt man sich in die Action und hat bereits nach zwei Partien die grundlegende Steuerung verinnerlicht. Das ist bemerkenswert und macht NBA The Run zu einem perfekten Partyspiel, bei dem wirklich jeder – unabhängig von seiner Spielerfahrung – sofort loslegen kann. Der einzige Spielmodus ist eine Turnierstruktur, die an die Playoffs der NBA erinnert: 16 Dreierteams kämpfen im K.-o.-System um den Titel.

Was jede dieser Runden einzigartig macht, sind die zufällig vergebenen Wertungssysteme. Mal zählen erfolgreiche Alley-Oops drei Punkte, während normale Körbe nur einen zählen. Ein anderes Mal spielt man nach den klassischen 1er- und 2er-Regeln, wie man sie von jedem Bolzplatz kennt. Diese Mechanik zwingt den Spieler zu einer ständigen Anpassung seiner Taktik und hält jede Turnierrunde frisch. Das Problem dabei: Die zufällige Teamzusammenstellung führt regelmäßig zu himmelschreienden Ungleichgewichten. Ein Team mit zwei Jalen Brunsons und Zion Williamson gegen ein Duo aus zwei LeBron James und Anthony Edwards – das ist in den meisten Regelvarianten schlicht unfair. Dennoch: In diesen Momenten der Absurdität liegt auch der Reiz. Wer den Verstand ausschaltet, wild auf Steal drückt, seinen Gegner wegschubst und die unmöglichsten Dreier-Fadeaways wirft, der findet genau das, was der Titel verspricht: puren Arcade-Spaß.

Wenn Legenden die Show stehlen: Das Problem mit den Streetball-Überfliegern

Für eingefleischte NBA-Fans hält NBA The Run jedoch eine echte Hürde bereit. Der Kader ist zwar mit den aktuellen Stars der Liga gefüllt, doch das Spiel hat fünf erfundene Streetball-Legenden erschaffen, die den etablierten Profis statistisch haushoch überlegen sind. Dass etwa Jalen Brunson, der gerade erst zur Legende der New York Knicks aufgestiegen ist, schwächere Werte hat als eine Figur namens Shen Tong, ist schwer zu schlucken. Noch ärgerlicher ist der Anblick, wenn Kyrie Irving, einer der besten Finisher der Basketballgeschichte, von einem Charakter namens Spin Cycle schlichtweg vorgeführt wird – und das in einer Statistik namens „Aura“, die tatsächlich im Spiel existiert. Diese krasse Überlegenheit der Fantasiefiguren trübt das Erlebnis für Fans, die ihre echten Idole auf dem virtuellen Parkett sehen wollen. Doch auch dieser Kritikpunkt verliert an Gewicht, wenn die ersten Stunden in pulsierendem, gedankenlosem Spielvergnügen vergehen.

Was ist das Fazit zu NBA The Run?

NBA The Run ist ein extrem einfaches, aber effektives Spiel. Es lebt von seiner Unberechenbarkeit und dem Fokus auf den puren Spielspaß, den man mit Freunden erlebt. Es ist kein Spiel für die Ewigkeit und bietet aufgrund fehlender Modi nur eine begrenzte Langzeitmotivation. Wer jedoch nach einer erfrischenden, actiongeladenen Alternative zu den immer komplexeren Simulationen sucht und bereit ist, sich auf das Chaos einzulassen, der wird hier bestens unterhalten – zumindest für ein paar hochkarätige, wenn auch ungerechte Runden.

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