AMDs Pläne für die Rückwärtskompatibilität von FSR 4.1 stoßen auf eine entscheidende Einschränkung: Die Upscaling-Technologie wird voraussichtlich nicht für die integrierte Grafikarchitektur RDNA 3.5 erscheinen. Das bestätigte AMD gegenüber der deutschen Publikation Hardwareluxx. Für zahlreiche aktuelle Handhelds und Laptops, die auf diese Architektur setzen, wäre das ein herber Rückschlag – selbst wenn einige Geräte wie das Steam Deck möglicherweise doch noch profitieren könnten.
AMD schließt RDNA 3.5 bei FSR 4.1 aus
Erst vor knapp einem Monat hatte AMD offiziell angekündigt, dass FSR 4.1 auch auf älteren GPU-Architekturen Einzug halten wird. Die Technologie, die aktuell unter dem Codenamen FSR Redstone läuft, ist bislang exklusiv den RDNA-4-Karten der RX-9000-Serie vorbehalten. Für Juli 2026 ist die Unterstützung der RX-7000-Serie (RDNA 3) geplant, Anfang 2027 sollen dann die RX-6000-Modelle (RDNA 2) folgen. Nun zeigt sich jedoch, dass dieser Plan nicht alle Architekturen umfasst.
David McAfee, Corporate VP und GM of Client bei AMD, bestätigte auf der Computex gegenüber Hardwareluxx, dass FSR 4.1 für RDNA 3.5 derzeit nicht vorgesehen sei. Man müsse Vor- und Nachteile abwägen, die Tendenz gehe klar in Richtung einer Ablehnung. McAfee ist kein Unbekannter: Erst kürzlich erklärte er die aufwendigen Hintergründe der Neuauflage des Ryzen 7 5800X3D.
RDNA 3.5: Diese Geräte sind betroffen
RDNA 3.5 umfasst die integrierten Radeon-Grafikeinheiten der Baureihen 890M, 880M, 860M und 840M, die in den Ryzen-AI-300-Prozessoren zum Einsatz kommen. Diese Chips stecken vorrangig in produktionsorientierten Laptops und sogenannten Copilot+-PCs unter der Bezeichnung „Strix Halo“ mit Radeon 8050S und 8060S. Besonders relevant für die Spieleszene: Auch der AMD Ryzen Z2 Extreme, der in zahlreichen Handhelds wie dem ROG Ally, dem Legion Go 2, den MSI Claws (etwa das A8-Modell) und dem kürzlich vorgestellten ROG Xbox Ally X20 verbaut ist, basiert auf RDNA 3.5.
Die Ankündigung von AMD bezog sich in der ursprünglichen Mitteilung explizit nur auf Desktop-Grafikkarten. Dennoch hatte das begleitende Werbematerial die Hoffnung genährt, dass auch Handheld-Systeme von den Verbesserungen profitieren würden. Diese Erwartung wird nun zumindest für RDNA-3.5-Geräte gedämpft.
Steam Deck und Steam Machine: Noch Hoffnung?
Das Steam Deck, das auf einer RDNA-2-APU basiert, ist von der aktuellen Entscheidung nicht direkt betroffen, da es nicht auf RDNA 3.5 setzt. AMD plant FSR 4.1 für RDNA 2 über die RX-6000-Serie – allerdings erst ab Anfang 2027. Allerdings ist das Steam Deck ein integriertes Grafiksystem, das mit den komplexen, maschinenlernbasierten Algorithmen von FSR 4 möglicherweise überfordert sein könnte. Die schiere Popularität des Valve-Handhelds könnte jedoch dafür sorgen, dass AMD eine individuelle Lösung findet. Die Steam Machine hingegen, ein würfelförmiger Mini-PC, nutzt einen dedizierten Semi-Custom-RDNA-3-Grafikchip – für sie dürfte die Unterstützung unproblematisch sein.
Parallel zur FSR-4.1-Diskussion hat AMD auf der Computex 2026 die RX 9070 GRE weltweit eingeführt, eine weitere RDNA-4-Karte, die sofort von FSR 4 profitiert. Bislang war dieses Modell exklusiv in China erhältlich. Ob und wann AMD seine Entscheidung bezüglich RDNA 3.5 noch einmal überdenkt, bleibt abzuwarten – für die Hersteller aktueller Handhelds ist die Nachricht jedoch ein klares Signal, dass sie auf absehbare Zeit auf die kommende Upscaling-Generation verzichten müssen.