Die Entwickler von The Relic: First Guardian haben einen 12-minütigen Gameplay-Trailer veröffentlicht, der tiefe Einblicke in die Spielmechanik gewährt. Im Zentrum stehen dabei zwei besondere Elemente: intensive Kämpfe, die in nahezu völliger Dunkelheit ausgetragen werden, und ein ausgeklügeltes Notiz-System, das weit über einfache Randbemerkungen hinausgeht. Der Clip zeigt, wie das Action-Rollenspiel Atmosphäre und Gameplay auf ungewohnte Weise miteinander verwebt.
Kämpfe im Dunkeln: Licht und Schatten als Spielmechanik
Die gezeigten Kampfszenen spielen sich überwiegend in dunklen Umgebungen ab – Höhlen, Ruinen und verfallene Hallen. Der Spielercharakter ist offenbar auf Lichtquellen angewiesen, um Gegner überhaupt wahrzunehmen. Eine Fackel oder magische Leuchten scheinen nicht nur als Orientierungshilfe zu dienen, sondern auch taktisch einsetzbar zu sein: Gegner reagieren auf Licht, ziehen sich zurück oder werden aggressiver, wenn die Flamme erlischt. Diese Dynamik erfordert ein ständiges Abwägen zwischen Sichtbarkeit und Heimlichkeit. Die Entwickler setzen damit auf eine Form des „Dark Soulsaa“-Prinzips, erweitern es aber um eine Lichtmanagement-Komponente, die den Kämpfen eine zusätzliche strategische Ebene verleiht.
Das Notiz-System: Spielerisches Gedächtnis und Rätselbau
Ein ungewöhnliches Feature, das der Trailer prominent zeigt, ist das Notiz-System. Während des Erkundens kann der Spieler handschriftliche Einträge anfertigen, die direkt in der Spielwelt erscheinen – etwa auf Karten, Wänden oder Bodenfliesen. Diese Notizen dienen nicht nur als persönliche Erinnerung, sondern scheinen auch für Rätsel eine Rolle zu spielen. So deutet ein kurzer Einblick an, dass bestimmte Symbole oder Zahlenkombinationen nur durch das Anlegen eigener Aufzeichnungen gelöst werden können. Das System geht über herkömmliche Quest-Logs hinaus und ermutigt dazu, die Umgebung bewusst zu analysieren und eigene Schlussfolgerungen zu notieren.
Wie funktioniert die Interaktion mit Notizen?
Der Spieler kann jederzeit ein virtuelles Notizbuch öffnen, handschriftliche Einträge verfassen und diese mit Orten verknüpfen. Andere Spieler, sofern die Option aktiviert ist, könnten diese Notizen in der eigenen Welt sehen – eine Art asynchrones Multiplayer-Element. Der Trailer zeigt, dass Notizen auch als Markierungen auf der Minikarte erscheinen, was die Navigation in den labyrinthartigen Gebieten erleichtert.
Was die Gameplay-Demonstration über die Spielwelt verrät
Der 12-minütige Clip gewährt nicht nur mechanische Einblicke, sondern auch einen ersten Eindruck von der düsteren Fantasy-Welt. Architektur und Kreaturen erinnern an eine Mischung aus europäischer Gotik und uralten Zivilisationen. Die Grafik setzt auf starke Kontraste zwischen tiefen Schatten und spärlichen Lichtquellen, was die bedrohliche Atmosphäre unterstreicht. Auffällig ist, dass die Entwickler auf traditionelle HUD-Elemente weitgehend verzichten – Lebensleiste und Mana-Balken sind nur dezent eingeblendet. Stattdessen konzentriert sich die Darstellung auf das unmittelbare Spielerlebnis.
Wie typisch ist das System für das Genre?
Die Kombination aus dunklen Kämpfen und einem Notiz-System ist in dieser Form ungewöhnlich. Während Spiele wie Elden Ring oder Dark Souls mit Licht und Schatten spielen, gehen die Macher von The Relic: First Guardian einen Schritt weiter, indem sie das Aufschreiben von Informationen zum integralen Bestandteil der Spielmechanik machen. Das Notiz-System erinnert an Titel wie The Witness oder Outer Wilds, wo eigenständiges Dokumentieren zentral ist, wird aber in ein actionorientiertes Gewand gehüllt.
Fazit – Ein vielversprechender Blick auf ein eigenständiges Konzept
Der veröffentlichte Gameplay-Trailer von The Relic: First Guardian zeigt, dass das Team nicht einfach nur ein weiteres Soulslike abliefern will. Die Betonung auf Kämpfe in der Dunkelheit und das interaktive Notiz-System deuten auf ein Spiel hin, das bewusst auf Eigeninitiative und Entdeckergeist setzt. Ob die Mechaniken im vollen Umfang überzeugen, bleibt abzuwarten – der erste Eindruck ist jedoch vielversprechend und weckt Neugier auf die finale Fassung.