Steam Machine startet mit 512GB-Modell für 1.049 Dollar

Valves lang erwartete Steam Machine ist ab sofort vorbestellbar – das günstigste Modell kostet 1.049 Dollar.

Die Steam Machine ist ein Hybrid aus Konsole und PC auf Basis von SteamOS.
Highlights
  • Valve verkauft die Steam Machine nicht mit Verlust, sondern zu Produktionskosten.
  • Die Preissteigerung wird auf Engpässe bei Speicherchips durch die KI-Industrie zurückgeführt.
  • Das Modell mit zwei Terabyte Speicher kostet 1.349 Dollar.

Die lang erwartete Steam Machine von Valve ist endlich vorbestellbar – und ihr Preis dürfte für Diskussionen sorgen. Mit 1.049 Dollar für das Einstiegsmodell mit 512 Gigabyte Speicher positioniert sich das handliche SteamOS-System deutlich näher an einem klassischen Gaming-PC als an einer heimkonsole. Die Preisgestaltung wirft grundlegende Fragen zu Valves Ambitionen im Hardwaregeschäft auf und zeigt zugleich, wie sehr die anhaltende Nachfrage der KI-Industrie nach Speicherchips die Kosten für Computerhardware in die Höhe treibt.

Valve bietet zwei Varianten der Steam Machine an: Die 512-GB-Version kostet 1.049 Dollar, das Modell mit zwei Terabyte Speicher schlägt mit 1.349 Dollar zu Buche. Wer zusätzlich einen Steam Controller erwerben möchte, zahlt 1.128 beziehungsweise 1.428 Dollar. Damit liegt das Gerät preislich weit über dem, was Konsolenkäufer gewohnt sind – eine digitale PlayStation 5 kostet mit 500 Dollar weniger als die Hälfte.

Ein Hybrid zwischen Konsole und PC

Die Steam Machine ist kein klassisches Konsolenprodukt, sondern ein Linux-basiertes System, das PC-Spiele über SteamOS ausführt – entweder nativ oder per Kompatibilitätsschicht Proton. Das Gerät lässt sich sowohl am Fernseher als auch am Schreibtisch nutzen und vereint damit die Bedienung einer Konsole mit der Flexibilität eines Personal Computers. In der Spieleauswahl ist es der PlayStation 5 überlegen, da es auf die riesige Steam-Bibliothek zugreift. In der reinen Rechenleistung bleibt es jedoch hinter einem dedizierten Gaming-PC wie dem ROG Strix G15DS (rund 1.800 Dollar) zurück. Sein entscheidender Vorteil ist das kompakte Format, das die Platzierung in unterschiedlichen Wohnumgebungen erheblich erleichtert.

Warum die Steam Machine so teuer ist – und wie viel sie ursprünglich kosten sollte

Valve hat offen eingeräumt, dass die Preise für die Steam Machine und ihren Vorgänger Steam Deck durch Engpässe bei Speicher und anderen Komponenten gestiegen sind. Auslöser ist die enorme Nachfrage von Unternehmen im Bereich der generativen Künstlichen Intelligenz, die große Mengen an High-Bandwidth-Memory und anderen Halbleitern aufkauft. Wie stark dieser Effekt die Preisgestaltung beeinflusst hat, wird aus zwei Quellen deutlich: einem Blogbeitrag Valves sowie einem Interview des Portals Aftermath mit den Valve-Entwicklern Pierre-Loup Griffais und Lawrence Yang.

Die Entwickler nannten die Preiserhöhung des Steam Deck OLED um rund 200 Dollar – ein Plus von 43 Prozent – als „Anhaltspunkt dafür, wie stark sich das ursprüngliche Preisziel der Steam Machine verschoben hat“. Legt man diese Kennziffer zugrunde, könnte Valve ursprünglich geplant haben, die Steam Machine zwischen 200 und 500 Dollar günstiger anzubieten – je nachdem, wie genau man die Kostensteigerungen bei Komponenten, Montage und Versand gewichtet.

Valves Philosophie: Kein Verlustgeschäft mit Hardware

In einem Blogbeitrag hat Valve zudem klargestellt, dass das Unternehmen die Steam Machine nicht nach dem traditionellen Konsolenmodell vermarktet. „Das klassische Konsolenmodell besteht darin, Hardware mit Verlust zu verkaufen und die Einnahmen über Abonnementdienste oder plattformexklusive Spiele zu erzielen“, heißt es dort. „Wir glauben, dass das für ein einzelnes Unternehmen kurzfristig Sinn ergeben kann, aber offene Ökosysteme sind für Kunden auf lange Sicht besser.“

Diese Haltung unterscheidet Valve grundlegend von Sony, Microsoft oder Nintendo. Die Steam Machine wird nicht subventioniert, um später über Spieleverkäufe Gewinne zu machen – sie kostet das, was ihre Herstellung tatsächlich verlangt. Das erklärt den hohen Preis, unterstreicht aber auch Valves langfristiges Bekenntnis zu einem offenen Plattformmodell, bei dem der Kunde die Hardware besitzt und nicht an einen Anbieter gebunden ist.

Was bedeutet der Preis für die Zukunft der Steam Machine?

Die Preispolitik von Valve könnte sich als zweischneidiges Schwert erweisen. Einerseits vermeidet das Unternehmen das Risiko, hohe Verluste auf jede verkaufte Einheit zu tragen – ein Modell, das in Zeiten knapper Komponenten und unsicherer Lieferketten besonders attraktiv ist. Andererseits liegt die Einstiegshürde für Kunden deutlich höher als bei etablierten Konsolen. Ob die Hybrid-Natur des Geräts und die riesige Spielebibliothek von Steam diesen Aufpreis rechtfertigen, werden die Verkaufszahlen zeigen müssen. Fest steht: Die Steam Machine ist ein mutiger, aber teurer Schritt in Valves Vision einer offenen Spieleplattform – und ein frühes Beispiel dafür, wie die KI-Industrie die Preise für Endkundenhardware nachhaltig verändert.

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