FSR 4.1 bleibt RDNA 3.5 APUs verwehrt

AMD bestätigt FSR 4.1 für RDNA 2 und 3, schließt aber neuere RDNA-3.5-APUs aus – ein technischer Engpass als Grund.

FSR 4.1 bleibt Highend-Handhelds wie dem ROG Ally X aufgrund unzureichender Speicherbandbreite vorenthalten.
Highlights
  • FSR 4.1 wird für RDNA 2 und RDNA 3 bestätigt, aber nicht für die neuere RDNA-3.5-Architektur in APUs.
  • Der Grund ist der geteilte Speicher bei APUs, der die benötigte Bandbreite für neuronale Upscaling nicht liefert.
  • Besitzer von Handhelds wie dem ROG Ally X sind von der fehlenden Unterstützung für FSR 4.1 besonders betroffen.

AMD sorgt für Verwirrung: Während FSR 4.1 für ältere Grafikkarten der Serien RDNA 2 und RDNA 3 bestätigt wurde, sollen die deutlich neueren APUs mit RDNA-3.5-Architektur leer ausgehen. Eine Entscheidung, die auf den ersten Blick kaum nachvollziehbar erscheint und vor allem Besitzer von Highend-Handhelds wie dem ROG Ally X hart trifft.

Die gute Nachricht vom Mai – und die Enttäuschung im Juni

Am 14. Mai 2026 verkündete Jack Huynh, SVP und General Manager der Computing & Graphics Division bei AMD, eine weitreichende Ausweitung von FSR 4.1. Die auf neuronalen Netzen basierende Upscaling-Technologie, bislang exklusiv für RDNA 4 (Radeon RX 9000), sollte rückwirkend auch für die älteren Architekturen bereitgestellt werden. RDNA 3 mit der Radeon RX 7000 Serie sollte demnach ab Juli 2026 unterstützt werden, RDNA 2 – also die Radeon RX 6000 Serie – Anfang 2027. Über 300 Spiele sollten zum Start kompatibel sein. Ein echter Paukenschlag und ein klares Signal an die Community, dass AMD die Kritik an der fragmentierten Unterstützung ernst nimmt.

Doch nur wenige Wochen später, auf der Computex 2026, folgte die Ernüchterung. David McAfee, CVP und General Manager des Client-Geschäfts bei AMD, stellte klar: Für integrierte GPUs auf Basis der RDNA-3.5-Architektur sei FSR 4.1 derzeit nicht geplant. Die interne Tendenz sei klar negativ, so das Echo aus Unternehmenskreisen. Eine merkwürdige Schieflage: Eine neuere Architektur als RDNA 3 und RDNA 2 wird von der modernen Upscaling-Technologie ausgeschlossen.

Warum RDNA 3.5 außen vor bleibt – die technischen Gründe

Die Ursache für diese kontraintuitive Entscheidung liegt in den physikalischen Beschränkungen integrierter Grafiklösungen. FSR 4.1 setzt auf ein künstliches neuronales Netz, das für seine Berechnungen nicht nur Rechenleistung, sondern vor allem hohe Speicherbandbreite benötigt. Auf einer dedizierten Radeon RX 9070 XT stehen dafür bis zu 640 GB/s zur Verfügung. Ganz anders sieht es bei APUs aus: Strix Point, Krackan Point oder Gorgon Point müssen sich den Speichercontroller mit der CPU teilen und greifen auf vergleichsweise langsame DDR5- oder LPDDR5X-Bestände zu.

Ein KI-gestützter Upscaler generiert eine immense Anzahl von Speicherzugriffen – Bewegungsvektoren, Frame-Historie, Gewichte des neuronalen Netzes. Auf einer dedizerten GPU sind diese Zugriffe dank des eigenen, schnellen VRAMs gut abgefangen. In einer APU mit geteiltem Speicher hingegen führt die zusätzliche Last schnell zu einem Engpass, der die erhoffte Bildqualität praktisch zunichtemacht. Der Aufwand wäre technisch möglich – die INT8-Pfade von RDNA 3.5 könnten die Berechnungen grundsätzlich bewältigen –, aber der Nutzen wäre in den allermeisten Fällen marginal bis kontraproduktiv.

Hinzu kommt ein praktisches Argument: Wer mit einer integrierten GPU spielt, tut dies in der Regel bei niedrigen bis mittleren Auflösungen und reduzierten Details. Bei 720p oder 900p, den typischen Auflösungen für Handhelds, fällt der visuelle Gewinn eines neuronalen Upscalers weit weniger ins Gewicht als bei 1440p oder 4K auf einem großen Monitor.

Wen es trifft: Handhelds und kompakte Gaming-PCs

Die Liste der betroffenen Plattformen ist lang. Sie umfasst die gesamte Ryzen AI 300 Serie mit den Chips Strix Point (Radeon 890M und 880M) und Krackan Point (Radeon 860M und 840M) sowie die Ryzen AI 400 Serie. Auch die kommenden Gorgon-Point-Varianten basieren auf RDNA 3.5.

Besonders schwer wiegt der Ausschluss für die wachsende Klasse der PC-Handhelds. Das ROG Ally X von ASUS, das auf dem Ryzen AI Z2 Extreme mit einer Radeon 890M (16 Compute Units) setzt, ist ein prominentes Beispiel. Die kürzlich vorgestellte 20th Anniversary Edition des Geräts teilt sich dieselbe Plattform. In diesen Geräten gibt es keine Option, eine dedizierte Grafikkarte nachzurüsten. Man ist ausschließlich auf die integrierte GPU angewiesen. Während Desktop-Besitzer einer Radeon RX 7000 im Juli FSR 4.1 erhalten, bleiben Handheld-Besitzer mit einer neueren Architektur bei FSR 3.1 sitzen.

Wie geht es weiter? Ein schwacher Hoffnungsschimmer

McAfee betonte auf der Computex, dass es sich bei der Aussage um den aktuellen Stand der Planung handele und nicht um eine endgültige Entscheidung. Man prüfe weiterhin Vor- und Nachteile. Angesichts der klaren internen Tendenz ist jedoch Skepsis angebracht. Eine Kehrtwende ist nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich.

AMD steht in diesen Tagen ohnehin vor strategischen Herausforderungen. Angesichts steigender DDR5-Preise verlängert das Unternehmen die Lebensdauer der AM4-Plattform unter anderem mit Modellen wie dem Ryzen 7 5800X3D 10th Anniversary Edition (349 US-Dollar) und dem Ryzen 7 7700X3D (329 US-Dollar). Dass ausgerechnet die Käufer der aktuellsten APU-Generation bei der Upscaling-Technologie hinter Besitzern älterer Desktop-Grafikkarten zurückstehen, ist ein schwer vermittelbarer Widerspruch – unabhängig von den technischen Zwängen.

Welche APUs sind von der fehlenden FSR-4.1-Unterstützung betroffen?

Alle APUs mit RDNA-3.5-Architektur sind betroffen. Dazu zählen die Ryzen AI 300 Serie (Strix Point, Krackan Point) mit den Grafiklösungen Radeon 890M, 880M, 860M und 840M sowie die Ryzen AI 400 Serie und die kommenden Gorgon-Point-Chips. Geräte wie das ASUS ROG Ally X oder das ROG Ally X20, die auf dem Ryzen AI Z2 Extreme basieren, fallen ebenfalls unter diesen Ausschluss.

Warum wird FSR 4.1 nicht für RDNA 3.5 angeboten, wohl aber für ältere Architekturen?

Der Grund liegt in den spezifischen Eigenschaften des neuronalen Upscalers: FSR 4.1 benötigt hohe Speicherbandbreite für seine KI-Modelle. Während dedizierte Grafikkarten über eigenen, sehr schnellen VRAM verfügen, teilen sich APUs den Speicher mit der CPU. Die begrenzte Bandbreite von DDR5- oder LPDDR5X-Speicher macht den KI-basierten Upscaler in der Praxis ineffizient, da der Bandbreitenengpass die theoretischen Vorteile der Bildverbesserung zunichtemacht.

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