AWS Graviton5 Prozessor fordert Intel und AMD in der Cloud heraus

Amazon Web Services stellt den Graviton5 mit 192 Arm-V3-Kernen vor und fordert Intel und AMD in der Cloud heraus.

Der AWS Graviton5 Prozessor bietet eine verfünffachte Cache-Größe und DDR5-8800 Speicher mit über 800 GB/s Bandbreite.
Highlights
  • Der Graviton5 setzt auf TSMCs 3-Nanometer-Technologie und bietet 192 Arm-V3-Kerne.
  • Meta nutzt bereits zig Millionen CPU-Kerne des neuen Prozessors für agentische KI-Initiativen.
  • Mit über 350 Instanztypen und 120.000 Kunden baut AWS sein Arm-Ökosystem kontinuierlich aus.

Amazon Web Services (AWS) hat mit dem Graviton5 einen neuen Eigenbau-Prozessor vorgestellt, der die Konkurrenz von Intel und AMD direkt angreift. Der auf TSMCs 3-Nanometer-Technologie gefertigte Chip mit 192 Arm-V3-Kernen soll insbesondere bei KI-Inferenzen und speicherintensiven Workloads neue Maßstäbe setzen. Mit einer verfünffachten L3-Cache-Größe, einer um 33 Prozent geringeren Inter-Core-Latenz und Unterstützung für DDR5aaa-8800-Speicher mit über 800 Gigabyte pro Sekunde Bandbreite positioniert sich AWS klar als Innovationsführer im Cloud-Markt.

Technische Spezifikationen des AWS Graviton5

Der Graviton5 ist als Chiplet-Design ausgeführt und vereint 192 Arm-V3-Kerne auf einem Package. Die Die-to-Die-Bandbreite innerhalb des Prozessors beträgt 420 GB/s, während PCIe Gen6 und der erwähnte DDR5-8800-Speicher für eine Rohbandbreite von mehr als 800 GB/s sorgen. Damit bietet der Prozessor nach Angaben von AWS den schnellsten Speicher aller Cloud-Instanzen. Die enge Integration von Rechen- und Speicherpfaden senkt die Latenz zwischen den Kernen um ein Drittel im Vergleich zum Vorgänger Graviton4 – ein entscheidender Vorteil für hochparallele Workloads wie verteilte Datenbanken oder KI-Training.

Leistungssprung: Graviton5 übertrifft Intel und AMD in der Cloud

Bereits die ersten Benchmark-Ergebnisse der neuen M9g-Instanzen zeigen, dass der Graviton5 die bisherigen AWS-Instanzen auf Basis von Intel Xeon „Cascade Lake“ und AMD EPYC „Genoa“ deutlich hinter sich lässt. Besonders bei KI-Inferenzen, also der Ausführung trainierter Modelle in Echtzeit, soll die Leistung um bis zu 35 Prozent höher liegen als bei Graviton4. AWS betont, dass dies den Chip ideal für die aktuelle „agentische KI“-Ära mache, in der Modelle autonom Entscheidungen treffen und Aktionen ausführen.

Welche Vorteile bringt der AWS Graviton5 für Unternehmen?

Für Unternehmen bedeutet der Umstieg auf Graviton5 vor allem eine bessere Kosten-Effizienz bei Rechen- und KI-intensiven Aufgaben. Die höhere Cache-Kapazität und die schnellere Speicheranbindung verkürzen Datenzugriffe und verbessern die Antwortzeiten von Cloud-Anwendungen. Da AWS die Instanzen ohne Aufpreis für die zugrunde liegende Hardware anbietet, profitieren Kunden von einer höheren Leistung pro investiertem Euro – ein entscheidender Faktor für skalierende Workloads in den Bereichen Analytics, Videokodierung oder Machine Learning.

Meta setzt auf Graviton5 – Millionen von CPU-Kernen für agentische KI

Meta, einer der größten AWS-Kunden, nutzt den neuen Prozessor bereits in großem Umfang. Nach Angaben von AWS laufen bei Meta „zig Millionen CPU-Kerne“ auf Graviton5-Instanzen, um die agentischen KI-Initiativen des Social-Media-Konzerns zu unterstützen. Meta setzt damit auf die Arm-Architektur, die sich in den letzten Jahren zur ernsthaften Alternative zu x86 in der Cloud entwickelt hat. AWS selbst betreibt mittlerweile über 350 verschiedene Instanztypen auf Basis der Graviton-Plattform, die von mehr als 120.000 Kunden genutzt werden – von Start-ups bis zu globalen Konzernen.

Ausrollung in den USA und Europa: AWS baut sein Arm-Ökosystem aus

AWS hat die neuen M9g-Instanzen bereits in mehreren Rechenzentren in den USA und in Teilen Europas aktiviert. Das Unternehmen unterstreicht damit seine langfristige Strategie, kundenspezifische Siliziumlösungen als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. „Nach fünf Generationen eigener Prozessoren und acht Jahren kontinuierlicher Investitionen hat sich Graviton als zentrale Säule unserer Cloud-Infrastruktur etabliert“, heißt es in der offiziellen Ankündigung. Die enge Zusammenarbeit mit Annapurna Labs und die Fertigung bei TSMC erlauben es AWS, die Chip-Architektur optimal auf die eigenen Workloads abzustimmen – ein Vorteil, den Standard-x86-Prozessoren so nicht bieten können.

Mit dem Graviton5 schickt sich AWS an, das Kräfteverhältnis in der Cloud-Prozessorwelt nachhaltig zu verschieben. Die Kombination aus hoher Kerndichte, enormer Speicherbandbreite und speziell für KI optimierten Instruktionen macht den Chip besonders für die kommende Welle agentischer Anwendungen attraktiv. Während Intel und AMD auf neue x86-Generationen setzen, zeigt AWS, dass Arm in der Cloud längst keine Nische mehr ist – sondern das Rückgrat einer der größten Infrastrukturen der Welt.

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