Wuchang Fallen Feathers im Test: Einsteiger-Soulslike mit Schwächen

Unser Test zeigt: Wuchang Fallen Feathers ist kein leichter Einstieg ins Soulslike-Genre, sondern eine Herausforderung mit Stärken und Schwächen.

Wuchang Fallen Feathers enttäuscht mit schwacher Story und ermüdenden Rückwegen, überzeugt aber mit atmosphärischem Setting.
Highlights
  • Wuchang Fallen Feathers bietet ein originelles chinesisches Setting, das sich wohltuend von mittelalterlichen Fantasiewelten abhebt.
  • Das vielschichtige Kampfsystem mit Waffen, Zaubern und dem Wahnsinns-Mechanismus sorgt für taktische Tiefe.
  • Schwächen in Grafik, Story und Leveldesign sowie extrem lange Rückwege machen das Spiel für Einsteiger ungeeignet.

Der Titel verspricht ein Einsteiger-Soulslike, doch bereits die ersten Stunden mit Wuchang: Fallen Feathers machen klar: Hierbei handelt es sich um einen harten Brocken, der vor allem erfahrene Genre-Fans ansprechen dürfte. Unser Test aus der Perspektive eines Spielers, der mit dem Soulslike-Genre bislang wenig anfangen konnte, zeigt ein Spiel mit Licht und Schatten – und einer Reihe grundlegender Designentscheidungen, die den Titel für Neulinge nahezu unspielbar machen.

Ein authentisches Setting als trumpf

Was Wuchang: Fallen Feathers von der Konkurrenz abhebt, ist seine faszinierende Kulisse. Das Spiel entführt in ein antikes chinesisches Szenario, das atmosphärisch deutlich von den mittelalterlich-europäischen Welten eines FromSoft abweicht. Die Kunststile, Charakterdesigns und die Architektur wirken erfrischend originell und verleihen dem Spiel eine eigenständige Identität. Auch die Prämisse überzeugt auf dem Papier: Die sogenannte „Feathering“-Seuche bedroht die gesamte Welt, und die Protagonistin Wuchang ist auf der Suche nach einem Heilmittel. Die ersten Dialoge mit NPCs vermitteln die Dringlichkeit der Lage durchaus glaubwürdig.

Umfangreiches Kampfsystem mit Tiefgang

Positiv überrascht der schiere Umfang des Spiels. Neben einer Charakteranpassung erwarten euch mehrere Waffentypen, Zauber, sogenannte Benediktionen und ein umfangreicher Fertigkeitenbaum. Diese Systeme greifen ineinander und erlauben viele individuelle Spielweisen. Das Anlegen neuer Outfits und das Ausprobieren verschiedener Waffenkombinationen machte im Test durchaus Freude. Auch der Wahnsinns-Mechanismus ist clever eingebaut: Je öfter man stirbt, desto mehr steigt der Wahnsinn – was negative Konsequenzen haben kann, aber auch den Tausch von Gegenständen ermöglicht. Dies zwingt zu ständigen Abwägungen zwischen Risiko und Belohnung. Das Kampfsystem selbst ist solide, bietet eine Reihe von Moves, Techniken und Magie, bleibt aber letztlich hinter den großen Vorbildern wie Dark Souls oder Elden Ring zurück.

Die Kehrseite: Grafik, Story und Leveldesign

Besonders kritisch sehen wir die technische Umsetzung. Die Grafik wirkt oft überladen und unübersichtlich, sodass man in Kämpfen kaum erkennt, was passiert. Auf schwächerer Hardware wird das Problem noch verschärft. Die Story enttäuscht trotz vielversprechender Prämisse: Die Handlungsstränge sind generisch, die Charaktere bleiben blass, und die Dialoge konnten uns nicht fesseln. Das Leveldesign ist extrem linear – die Erkundung beschränkt sich meist auf die Wahl zwischen zwei Wegen am Ende eines Korridors. Das wirkt uninspiriert und nimmt dem Spiel die Entdeckerfreude.

Das größte Problem: ermüdende Rückwege

Der größte Kritikpunkt ist jedoch die schiere Ermüdung, die sich im Spielverlauf einstellt. Die Speicherpunkte (Schreine) liegen oft viel zu weit auseinander. Stirbt man, muss man immer wieder dieselben engen Pfade entlanglaufen – und das Dutzende Male. Gerade Bosskämpfe werden so zur Geduldsprobe, weil man nach jedem Tod den gleichen Weg zurücklegen und die gleichen Angriffsmuster studieren muss. Diese Mechanik hat die Spielfreude im Test massiv beeinträchtigt und machte Wuchang: Fallen Feathers zu einem regelrechten Durchhaltetest.

Für wen eignet sich Wuchang Fallen Feathers wirklich?

Die entscheidende Frage lautet: Welche Spieler sollten zugreifen? Hardcore-Fans des Soulslike-Genres, die nach einem neuen, anspruchsvollen Titel suchen und mit Längen sowie repetitiven Abläufen keine Probleme haben, könnten hier eine interessante, wenn auch nicht überragende Erfahrung machen. Für alle anderen – und insbesondere für Einsteiger, die das Genre erst kennenlernen wollen – ist Wuchang: Fallen Feathers klar nicht zu empfehlen. Die steile Lernkurve, die frustrierenden Rückwege und das fehlende Story-Fundament machen es zum denkbar schlechtesten Einstiegspunkt.

Letztlich bleibt ein zwiespältiger Eindruck: Wuchang: Fallen Feathers hat mit seinem originellen Setting und dem vielschichtigen Kampfsystem durchaus Potenzial. Doch gravierende Mängel in den Bereichen Grafik, Story und vor allem Level-Design verhindern, dass der Titel aus dem Schatten seiner großen Vorbilder tritt. Ein Schnäppchenkauf für abgehärtete Genre-Veteranen mag in Ordnung gehen, doch alle anderen sollten lieber die Finger lassen.

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